Wiens größtes Problem

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BERICHT. Die Arbeitslosigkeit ist im Bundesländer-Vergleich außerordentlich und in einigen Bezirken extrem. Wobei der Unterschied ausgerechnet zwischen zwei benachbarten am größten ist.

Die Coronakrise hat viele Facetten. Nicht nur gesundheitliche. Sie umfasst auch sogenannte Kollateralschäden, also wirtschaftliche und soziale Folgen. Ganz extrem wird das in Wien deutlich, wo an diesem Sonntag gewählt wird.

Österreichweit belief sich die Arbeitslosenquote im September auf 8,9 Prozent und in Wien auf 14,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist sie da wie dort um ein Drittel gestiegen. Wien ist mit Branchen wie dem Tourismus ganz brutal von der Krise betroffen. Im Unterschied zu Tirol hat es hier nicht einmal eine passable Sommersaison gegeben. Außerdem gibt es in Wien nicht nur viele Akademiker, sondern auch viele Menschen mit einem niedrigen Bildungsstand nach formalen Kriterien. Also Leute, die, wenn überhaupt, allenfalls nur einen Pflichtschulabschluss zusammengebracht haben. Sie tun sich auf dem Arbeitsmarkt außerordentlich schwer.

Außerordentlich ist auch die Arbeitslosenquote nach AMS-Bezirken in der Bundeshauptstadt. Es gibt nur wenige, die unter dem Schnitt liegen. Am besten steht „Währinger Gürtel“ da; er umfasst die Gemeindebezirke Alsergrund und Döbling. Hier beträgt die Quote 12,5 Prozent und ist damit noch immer deutlich höher als die gesamtösterreichische.

Am höchsten ist die Arbeitslosenquote im AMS-Bezirk Jägerstraße im 20. Gemeindebezirk (Brigittenau). Pikant: Der Bezirk grenzt beim Donaukanal an den Altersgrund und Döbling. Der Kanal bildet aber eben nicht nur eine geographische Grenze: Die Arbeitslosenquote ist in der Brigittenau fast zweimal höher. Sie beträgt 21,3 Prozent.

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