Österreich leistet sich teureres Pensionssystem als Griechenland

ANALYSE. Die staatlichen Ausgaben sind höher, obwohl die Gruppe der über 65-Jährigen kleiner ist. 

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ANALYSE. Die staatlichen Ausgaben sind höher, obwohl die Gruppe der über 65-Jährigen kleiner ist.

Griechen gehen mit 56 in Pension und leben dann in Saus und Braus: Geradezu genüsslich pflegen deutschsprachige Medien dieses Bild, das sich nach einer Darstellung des Internationalen Währungsfonds entwickelt hat. Der Faktencheck zeigt jedoch: Das griechische Pensionssystem ist alles andere als attraktiv; vor allem auch im Vergleich mit dem österreichischen.

Gesetzliches Pensionsalter. Seit 1. Jänner 2013 müssen Frauen und Männer in Griechenland länger arbeiten; das Pensionsalter wurde auf 67 angehoben. Österreicher haben sich da längst zur Ruhe gesetzt. Hierzulande beträgt das Pensionsalter 60 für Frauen und 65 für Männer.

Tatsächliches Antrittsalter. Griechische Männer gehen im Schnitt mit 61,9 in Pension. Damit liegen sie gleichauf mit den österreichischen. Österreichische Frauen setzen sich dagegen mit 59,4 Jahren um fast ein Jahr vor den griechischen zur Ruhe, die dies erst mit 60,3 tun.

Pensionsniveau. Die OECD, die die Systeme unter die Lupe genommen hat und von der diese Zahlen stammen, hat u.a. auch die sogenannte Nettoersatzrate erhoben. Sie besagt, wie hoch die durchschnittliche Nettopension gemessen am durchschnittlichen Nettoerwerbseinkommen ist. In Griechenland beträgt sie lediglich 70,5 Prozent. In Österreich dagegen immerhin 90,2 Prozent. Sprich: Viele verlieren finanziell gesehen kaum etwas, wenn sie in Pension gehen.

Pensionskosten. Die staatlichen Pensionsausgaben betragen in Griechenland 13 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung (BIP). In Österreich sind sie mit 13,5 Prozent noch höher. Und das, obwohl hierzulande der Anteil der Menschen über 65 an der Gesamtbevölkerung mit 29,7 Prozent niedriger ist als in Griechenland (31,7 Prozent). Im OECD-Schnitt betragen die staatlichen Pensionsausgaben übrigens nur 7,8 Prozent.

>> Lesetipp: OECD-Studie „Renten auf einen Blick 2013“

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