Österreich ist andersherum

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ZAHLEN ZUM TAG. Im Unterschied zu Finnland und Schweden sind hierzulande nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs noch mehr Menschen gegen einen NATO-Beitritt.

Finnland und Schweden wollen der NATO beitreten. Das deckt sich dort auch mit der öffentlichen Meinung. Nach dem Einmarsch russischer Truppen ist sie gekippt. Laut Erhebungen, die die „Österreichische Gesellschaft für Europapolitik“ (ÖGfE) hier anführt, sprachen sich Anfang März in den beiden Ländern jeweils mehr als 50 Prozent der Befragten für einen Beitritt zum Nordatlantischen Verteidigungsbündnis aus. Weniger als 30 Prozent waren dagegen. Der Rest war unentschlossen oder machte keine Angabe.

In Österreich ist die Stimmung eher in die andere Richtung gekippt. Wobei dieser Begriff insofern daneben ist, als nicht mehr viel kippen konnte: Hatten bei einer ÖGfE-Erhebung vor drei Jahren bereits 56 Prozent erklärt, dass ihnen die Neutralität sehr wichtig sei, so handelte es sich im März um ganze 70 Prozent. Nimmt man noch den Anteil derjeniger dazu, denen die Neutralität eher wichtig ist, so ist der Zuspruch von insgesamt 80 auf 91 Prozent geklettert.

Die Ablehnung eines NATO-Beitritts hat zugenommen; und zwar von 62 auf 64 Prozent. Der Zuspruch ist daneben noch deutlicher gesunken, nämlich von 23 auf 17 Prozent. Das erklärt indirekt auch die Haltung der Politik, keine Neutralitäts-, ja nicht einmal eine Sicherheitsdebatte führen zu wollen; bei einer solchen würde es immer auch um die NATO gehen. Bezeichnenderweise wird auf der Website des Kanzleramts denn auch umfassend über die ÖGfE-Befragungen berichtet.

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