Transparenzindex: Geheimnisvolles Österreich

ZAHLEN ZUM TAG. Alpenrepublik schneidet im internationalen „Open Data“-Vergleich nur mittelmäßig ab. 

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ZAHLEN ZUM TAG. Alpenrepublik schneidet im internationalen „Open Data“-Vergleich nur mittelmäßig ab.

In entwickelten Demokratien sind öffentliche Daten öffentlich. In Österreich steht dem jedoch ein Relikt aus der Monarchie entgegen: das Amtsgeheimnis. Entsprechend mager schneidet die Alpenrepublik im internationalen „Open-Daten“-Vergleich ab.

Die größte Transparenz herrscht laut dem „Global Open Data Index“, den die „Open Knowledge Foundation“ führt, in Großbritannien. Das Land erreicht 97 von 100 möglichen Punkten. Auf den Plätzen folgen Dänemark, Frankreich, Finnland, Australien, Neuseeland, Norwegen, die USA, Deutschland und Indien. Und Österreich? Österreich folgt mit 59 Punkten auf Rang 22.

Defizite sieht die NGO, die den Index führt, hierzulande vor allem in drei Bereichen: Bei den öffentlichen Ausgaben, bei Adressen und bei den Emissionswerten. Tatsächlich lässt etwa eine Transparenzdatenbank, in der alle öffentlichen Förderungen aufgelistet werden sollten, auf sich warten.

Immerhin will Österreich nun das Amtsgeheimnis abschaffen – und durch ein Informationsfreiheitsgesetz ersetzen. Kritiker befürchten, dass sich nicht viel ändert: Ist jetzt grundsätzlich alles geheim, was nicht ausdrücklich für öffentlich erklärt wird, könnte künftig alles öffentlich sein, was nicht ausdrücklich für geheim erklärt wird.

Die „Open Knowledge Foundation“ hat insgesamt 97 Staaten untersucht. Die geringste Transparenz herrscht demnach in Haiti (13 Punkte), Mali (12) und Guinea (10).

> Zum Global Open Data Index

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