Auch Medienpolitik hat #Wirtschaftsblatt auf dem Gewissen

BERICHT. Bundesministerien haben allein im ersten Quartal um mehr als zwei Millionen Euro in Boulevardzeitungen inseriert – und im Wirtschaftsblatt um keinen Cent. 

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BERICHT. Bundesministerien haben allein im ersten Quartal um mehr als zwei Millionen Euro in Boulevardzeitungen inseriert – und im Wirtschaftsblatt um keinen Cent.

Dass das Wirtschaftsblatt nach fast 21 Jahren eingestellt wird, hat viele Gründe. Einer ist die Medienpolitik bzw. das, was Ministerien allzu sehr darunter verstehen; eine ganz offensichtlich willkürliche Inseratenpolitik nämlich. Das zeigt ein Blick in die entsprechende Transparenzdatenbank: Bundesministerien haben allein im ersten Quartal um mehr als zwei Millionen Euro in Boulevardzeitungen inseriert – und im Wirtschaftsblatt um keinen Cent.

Auf „Österreich“ (inkl. Madonna) entfiel ein Inseratenvolumen von 812.203,25 Euro. Wobei etwas mehr als 255.000 Euro auf Schaltungen des Verkehrsministeriums zurückzuführen waren. Um jeweils mehr als 100.000 Euro inserierten das Bundeskanzleramt und das Bildungsministerium, die damals noch von Werner Faymann (SPÖ) und Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) geführt wurden. Die „Kronen Zeitung“ (inkl. krone.at) kam auf 660.403,53 Euro, „Heute“ (inkl. heute.at) auf 575.264,23 Euro.

Das sind Größenordnungen in dem einen Quartal, wie sie jener entsprechen, die das Wirtschaftsblatt heuer an Presseförderungen in Aussicht gestellt bekommen hat: Die Vertriebs- und die Besondere Förderung sollten insgesamt 657.987,50 Euro ausmachen.

Medienminister Thomas Drozda (SPÖ) nahm die Einstellung des Wirtschaftsblattes zum Anlass, zu betonen, dass er eine Reform der Presseförderung im Herbst zügig voranbringen wolle. Zumindest ebenso wichtig wäre eine Änderung der Inseratenpolitik.

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