Vermögenssteuern brechen ein

ZAHLEN ZUM TAG. Vorzieheffekte sorgen dafür, dass das Aufkommen heuer deutlich geringer ausfallen wird als im vergangenen Jahr.

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ZAHLEN ZUM TAG. Vorzieheffekte sorgen dafür, dass das Aufkommen heuer deutlich geringer ausfallen wird als im vergangenen Jahr.

Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern hat in einem Interview eine Debatte über eine stärkere Vermögensbesteuerung eröffnet: „Österreich hat die zweitniedrigsten Vermögenssteuern der OECD-Länder“, erklärte er gegenüber dem Nachrichtenmagazin „profil“: „Es ist eine Illusion, dass wir uns diese Diskussion ersparen können. Natürlich soll die Steuer-und Abgabenquote nicht steigen. Aber wir müssen diejenigen entlasten, die arbeiten gehen und etwas leisten.“

Im Zuge der letzten Steuerreform hat die ÖVP eine deutliche Ausweitung der Vermögensbesteuerung verhindert. Gekommen ist eine Erhöhung der Kapitalertragsteuer auf Dividenden sowie eine Anhebung der Grunderwerbsteuer per 1. Jänner 2015. Um dieser zu entgehen, haben Betroffene noch schnell die günstigeren Bedingungen im Vorjahr genützt. Die Folge: Gegenüber 2014 stieg das KESt.-Aufkommen um ein Drittel auf 3,86 Milliarden Euro und das der Grunderwerbsteuer um ein Fünftel auf eine Milliarde Euro.

Das führt nun allerdings dazu, dass laut Prognosen des Finanzministeriums heuer um ein Viertel weniger Kapitalertragsteuer und etwas weniger Grunderwerbsteuer zusammenkommen wird. Und das hat wiederum einen bemerkenswerten Effekt: Der Anteil vermögensbezogener Steuern des Bundes an seinem gesamten Steueraufkommen wird vorübergehend von mehr als sechs auf knapp fünf Prozent sinken; längerfristig sollte er sich wieder auf über fünf Prozent einpendeln.

Die Kapitalertragsteuer und die Grunderwerbsteuer sind die wichtigsten vermögensbezogenen Steuern des Bundes. Andere, wie die Stiftungseingangsteuer, die Abgabe auf land- und forstwirtschaftliche Betriebe, die Bodenwertabgabe und die Kapitalverkehrsteuer, die hier für die Statistik berücksichtigt wurden, fallen mit allenfalls zweistelligen Millionenbeträgen kaum ins Gewicht.

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