Van der Bellens Altenproblem

ANALYSE. Wie die Grünen, von denen er kommt, schneidet der Bundespräsidenten-Kandidat bei Wählern ab 60 extrem schlecht ab. Das Problem: Das ist die entscheidende Gruppe. 

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ANALYSE. Wie die Grünen, von denen er kommt, schneidet der Bundespräsidenten-Kandidat bei Wählern ab 60 extrem schlecht ab. Das Problem: Das ist die entscheidende Gruppe.

Gut 30 Prozent der Wähler sind 60 Jahre oder älter. Will man eine Bundespräsidenten-Wahl für sich entscheiden, wird man also nicht umhinkommen, auch diese Bevölkerungsgruppe anzusprechen. Und genau hier beginnt das Problem von Alexander Van der Bellen.

Die Grünen sind eine junge Partei. Das sieht man auch bei ihren Wahlergebnissen. Bei der Nationalratswahl 2013 kamen sie laut SORA/ORF-Erhebung bei den unter 30-Jährigen auf einen Stimmenanteil von einem Fünftel (21 Prozent). Bei den Wählern ab 60 mussten sie sich im Unterschied dazu mit einem Zwanzigstel begnügen (fünf Prozent). Summa summarum reichte es daher nur für 12,3 Prozent.

Ähnlich ging es auch ihrem ehemaligen Parteichef Alexander Van der Bellen im ersten Durchgang der Bundespräsidenten-Kür: Mit 20,4 Prozent schaffte er es zwar auf Platz zwei und damit in die Stichwahl gegen Norbert Hofer (36,4 Prozent). Bei den ab 60-Jährigen erreichte Van der Bellen laut SORA/ORF aber nur zehn Prozent – und damit deutlich weniger als Andreas Khol (20 Prozent), Irmgard Griss (19 Prozent) und Rudolf Hundstorfer (15 Prozent).

Kein Wunder, dass sich Van der Bellen noch am Wahlabend um die Wähler von Griss bemühte. Das allein wird jedoch kaum genügen: Ältere stehen den Grünen ganz offensichtlich distanziert gegenüber; und diese Gräben hat selbst Van der Bellen mit seinen 72 Jahren im bisherigen Wahlkampf nicht überwinden können.

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