Wien hat ein Wachstumsproblem

ANALYSE. Die Wirtschaftsleistung der Bundeshauptstadt hinkt der Bevölkerungsentwicklung hinterher. Schon bald werden die Salzburger reicher sein.

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ANALYSE. Die Wirtschaftsleistung der Bundeshauptstadt hinkt der Bevölkerungsentwicklung hinterher. Schon bald werden die Salzburger reicher sein.

Die Schere zwischen dem reichsten und dem ärmsten Bundesland ist in den letzten Jahren kleiner geworden. Das zeigt die Entwicklung des Bruttoregionalprodukts (BRP) pro Kopf, die die Statistik Austria aufzeichnet: 2000 war es in Wien mit 37.100 Euro noch mehr als doppelt so groß wie im Burgenland (17.300). Mittlerweile ist der Abstand geschrumpft; das Burgenland hat um 53 Prozent auf 26.500 Euro zugelegt, Wien dagegen nur um 27,5 Prozent auf 47.300 Euro.

Ja, Wien hat ein Entwicklungsproblem: Österreichweit betrug die Zunahme des Pro-Kopf-BRP seit der Jahrtausendewende 44,74 Prozent. Damit hat die Bundeshauptstadt nicht mithalten können. Wahrscheinliche Erklärung: Die Bevölkerung wächst zu stark; bzw. die Wirtschaftsleistung nicht stark genug. Insgesamt ist das BRP in Wien nämlich um 46 Prozent gestiegen. Weil sich die Gesamtsumme aber mehr Menschen teilen müssen, hat der Einzelne nicht viel davon.

Am besten entwickelt hat sich in den letzten Jahren Salzburg: Das Pro-Kopf-PRB ist dort um 54 Prozent auf 45.200 Euro gestiegen. Hält der Trend an, wird es damit schon bald höher sein als in Wien (47.300 Euro), das in dieser Hinsicht bisher führend gewesen ist.

Die meisten Bundesländer haben sich wirtschaftlich seit dem Jahr 2000 überdurchschnittlich gut entwickelt: Das liegt daran, dass ausgerechnet Wien, das etwa ein Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung auf die Waage bringt, so sehr schwächelt. Über 50 Prozent betrug die Pro-Kopf-BRP-Zunahme bis 2014 jedenfalls nicht nur in Salzburg, sondern auch in Tirol, im Burgenland, in Vorarlberg, Oberösterreich und der Steiermark. Kärnten musste sich mit 46 Prozent begnügen. Knapp unter dem bundesweiten Schnitt liegt Niederösterreich mit 44 Prozent.

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