Wählerwanderungen in Abwanderungsbezirken

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ZAHLEN ZUM TAG. In Krisenregionen ist es zu einem Rechtsruck bekommen. Das zeigt ein Vergleich mit 2002.

In Österreich gibt es ein paar wachsende und ein paar schrumpfende Regionen. In der Steiermark haben heute zum Beispiel die drei Bezirke Bruck-Mürzzuschlag, Leoben und Murtal summa summarum ein Zehntel weniger Bewohner als 2002. Das ist Statistik-Austria-Daten zu entnehmen. Und politisch ist es genau hier zu einem Rechtsruck gekommen.

Die ÖVP hat in diesen Bezirken vor 17 Jahren gerade einmal 32,1 Prozent erreicht. „Gerade einmal“? Ja, weil das vergleichsweise wenig war. Wolfgang Schüssel hatte die Volkspartei damals bundesweit auf ganze 42,3 Prozent geführt. Die Freiheitlichen stürzten auch damals ab, bundesweit auf zehn und in den drei steirischen Bezirken, zu denen übrigens auch das legendäre Knittelfeld zählt, auf 8,6 Prozent.

Dominierend blieb seinerzeit die SPÖ: Sie kam auf 52,8 Prozent. Was insofern nachvollziehbar war, als wir hier von der großindustriereichen Mur-Mürz-Furche reden: Dort gab es viele Arbeiter, starke Gewerkschaften und so weiter und so fort. Am Ende profitierte die Sozialdemokratie davon.

Und heute? In der Region gab es einen enormen Strukturwandel, sehr viele Menschen wanderten ab. Politisch entwickelte sich die ÖVP besonders erfolgreich; obwohl sie insgesamt eben weniger schaffte als 2002, kam sie hier mit 34,7 Prozent auf mehr als damals. Auch die Freiheitlichen konnten sich mit 18,4 Prozent relativ gut halten. Die SPÖ ist dagegen auf 29,2 Prozent eingebrochen. Die Grünen haben sich verbessern können, mit 8,1 Prozent halten sie in der Region aber noch immer einen vergleichsweise bescheidenen Stimmenanteil.

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