Türkise, schwarze, gelbe Volksparteien

BERICHT. Nicht nur die Tiroler demonstrieren „große Eigenständigkeit“, wie ein Blick in die Landesorganisationen zeigt. 

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BERICHT. Nicht nur die Tiroler demonstrieren „große Eigenständigkeit“, wie ein Blick in die Landesorganisationen zeigt.

Die Tiroler ÖVP werde im Hinblick auf die Landtagswahl am 25. Februar nicht türkis, sondern schwarz bleiben. Man habe schon immer eine „große Eigenständigkeit“ gehabt, ließ ein Sprecher wissen. Das war nämlich eine eigene Meldung. Sie zeigte andererseits, dass man mehr denn je differenzieren muss, wenn man von „ÖVP“ spricht: Es handelt sich eher um eine Parteien-Familie. Und unter Sebastian Kurz an der Bundesspitze hat sich das nicht geändert. Im Gegenteil, die Unterschiede sind noch deutlicher geworden.

Und zwar sichtbar. Würden sich die ÖVP-Landesorganisationen vom Boden- bis zum Neusiedlersee als Teil einer Marke betrachten, hätten sie eine „Corporate Identity“, die sich wie bei einem Konzern nicht nur auf gewisse Werte, sondern auch Bezeichnungen und das Design erstrecken würde.

Das ist jedoch weniger denn je der Fall, was kein Nachteil sein muss, sondern auch einen Vorteil darstellen kann, an dieser Stelle aber nur einmal festgehalten werden soll. Siehe die Logos der Landesorganisationen: „Pink“ findet sich da ausschließlich in einer Version der Wiener Partei, die auf ihrer Website steht. Sie ist im Übrigen auch die einzige, die sich – wie die Bundesorganisation – ausdrücklich als „neue Volkspartei“ bezeichnet.

Ansonsten dominieren eher die Farben schwarz und gelb. Die Vorarlberger, die Oberösterreicher und die Burgenländer arbeiten vor allem mit diesen Farben. Die Niederösterreicher halten sich an die Landesfarben, in ihrem Fall also blau-gelb. Die Steirer tun das ebenfalls – sie präsentieren sich grün.

Unterschiedlich sind auch die offiziellen Parteibezeichnungen: Ähnlich sind „Vorarlberger Volkspartei“, „Tiroler Volkspartei“, Salzburger Volkspartei“, Oberösterreichische Volkspartei“, „Steirische Volkspartei“ und „Kärntner Volkspartei“. Eigen ist die „Volkspartei Niederösterreich“. Ursprünglich sind nur zwei: „ÖVP Wien“ und „ÖVP Burgenland“.

Bezeichnend für das Selbstverständnis der Landes- als eigenständige Organisationen sind wohl auch ihre Internet-Adressen. Die Bandbreite reicht von volkspartei.at (Vorarlberg) über tiroler-vp.at, oevp-sbg.at und wien.oevp.at bis hin zu landespartei.oevpkärnten.at.

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