Tirol hebt ab

BERICHT. Nicht zuletzt aufgrund der Zuwanderung wächst die Bevölkerung stärker als in den meisten übrigen Bundesländern – und trotzdem entwickelt sich auch die Wirtschaftslage wesentlich besser. 

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BERICHT. Nicht zuletzt aufgrund der Zuwanderung wächst die Bevölkerung stärker als in den meisten übrigen Bundesländern – und trotzdem entwickelt sich auch die Wirtschaftslage wesentlich besser.

Während die Arbeitslosigkeit österreichweit nach wie vor steigt, geht sie in Tirol zurück; und zwar massiv: Allein im September um fast acht Prozent im Vergleich zum Vorjahrsmonat. So stark also, wie in keinem anderen der Bundesländer, die ebenfalls eine Verbesserung vermelden können.

In Tirol beträgt die Arbeitslosenquote zurzeit 5,6 Prozent. Ein Wert, von dem vor allem Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ), der eine Vollbeschäftigung vom Boden- bis zum Neusiedlersee anstrebt, sowie Wirtschaftsmister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) und Sozialminister Alois Stöger (SPÖ), die unmittelbar ressortzuständig sind, nur träumen können; österreichweit steuert die Quote auf zehn Prozent zu.

Die Regierungsriege sollte überhaupt einmal eine Exkursion nach Tirol unternehmen und sich die dortigen Verhältnisse genauer anschauen: Das Land hebt ab. Die Wirtschaftsleistung hat seit 2000 um 67 Prozent zugenommen, während das rote-weiß-rote BIP insgesamt nur um die Hälfte gestiegen ist. Auch das viel entscheidendere Bruttoregionalprodukt pro Kopf hat überdurchschnittlich stark zugenommen.

Das ist aus mehreren Gründen bemerkenswert: Die Einwohnerzahl Tirols hat seit 2010 laut Statistik Austria nämlich ebenfalls stärker zugenommen als jene Österreichs insgesamt; sie stieg um knapp vier, jene um etwas mehr als drei Prozent. Und außerdem: Die Zuwanderung aus dem Ausland ist in diesen Jahren massiver ausgefallen als in den meisten übrigen Bundesländern. 26.000 mehr Fremde haben sich in den Bergen und Tälern um Innsbruck niedergelassen, als diese wieder verlassen haben. Gemessen an der Bevölkerung waren es nur in Oberösterreich ähnlich viele und einzig in Wien (wesentlich) mehr.

Doch zurück zur Arbeitsmarktlage: Die Zahl der Beschäftigten ist in Tirol seit 2010 um die Hälfte stärker gestiegen als in allen neun Bundesländern zusammengerechnet; jene der Arbeitslosen dagegen fast nur halb so stark. Wie das geht? Das Land ist ganz offensichtlich breit aufgestellt, wie sich aus einer Kurzanalyse von AMS-Landesgeschäftsführer Anton Kern schließen lässt: Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ziehe sich „durch alle Regionen und alle Wirtschaftsbranchen, am stärksten im Tourismus, das Stellenangebot hat erneut zugenommen“, berichtete er diese Woche in einer Aussendung zur aktuellen Entwicklung.

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