SPÖ: Niedergang in Liesing

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ZAHLEN ZUM TAG. Seit 2002 ist die Partei im Wiener Bezirk von 45,4 auf 27,1 Prozent eingebrochen – und damit sogar hinter die türkise ÖVP zurückgefallen.

Die Sozialdemokratie werde von Liesingern geführt, heißt es. Das ist zwar übertrieben, aber nicht ganz falsch: In der Wiener SPÖ haben die beiden Liesinger um Ex-Kanzler Werner Faymann, Doris Bures und Christian Deutsch, maßgeblich am Sturz von Ex-Bürgermeister und Stadtparteichef Michael Häupl mitgewirkt. Und auf Bundesebene sind die beiden nun die starken Leute um die Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner.

Das führt zu einem Blick auf Wahlergebnisse: Wie gut sind die Liesinger Genossinnen und Genossen eigentlich? Bei Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen haben sie nicht einmal so stark verloren. Allerdings ist der letzte Urnengang hier auch schon wieder fünf Jahre her; damals landete die SPÖ in Liesing auf beiden Ebenen bei knapp 40 Prozent.

Extremer die Entwicklung bei Nationalratswahlen: 2002, im Jahr eines FPÖ-Einbruchs, schaffte die SPÖ im 23. Wiener Gemeindebezirk 45,4 Prozent. 2013 erreichte sie zwar nur noch 33,9 Prozent, schnitt damit aber noch immer zweimal besser ab als die ÖVP (15,1 Prozent) und auch erfolgreicher als die FPÖ (22,1 Prozent).

Dann kam Sebastian Kurz, später die Ibiza-Affäre und schließlich die Nationalratswahl 2019: Hier fiel die SPÖ in Liesing mit 27,1 Prozent hinter die ÖVP (28,5 Prozent) zurück. Vom FPÖ-Absturz auf 14,7 Prozent konnte sie exakt gar nicht profitieren. Große Wahlsieger neben der ÖVP waren im Bezirk vielmehr die Grünen (15,3 Prozent) und die Neos (10,2 Prozent).

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