Mikl-Leitner stapelt tief

ANALYSE. Warum eine ÖVP-Absolute in Niederösterreich nicht ganz ausgeschlossen ist.

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ANALYSE. Warum eine ÖVP-Absolute in Niederösterreich nicht ganz ausgeschlossen ist.

Absolute Mehrheiten seien heute nicht mehr erreichbar, behauptet die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Sagen wir so: Einfacher ist es sich nicht geworden; ausgeschlossen ist es aber gerade bei dieser Landtagswahl in Niederösterreich auch wieder nicht.

Wahlziele sind eine eigene Geschichte: Als Kandidat setzt man sich naturgemäß eines, das erreichbar ist. Sonst würde man ja in eine sichere Niederlage rennen. Verrückt wäre man! Mikl-Leitner verhält sich nun denn auch entsprechend. Sie orientiert sich an den stärksten übrigen Landesparteien; das ist die ÖVP in Vorarlberg mit 41,8 und die SPÖ im Burgenland mit 41,9 Prozent. So gesehen kann sie am Wahlabend eigentlich nur gewinnen. Auch die 45 Prozent, die ihrer Partei in Umfragen ausgewiesen werden, sollten machbar sein. 2013 holte die niederösterreichische Volkspartei ganze 50,8 Prozent.

2013 schafften die Mitte- und Rechts-Parteien in Niederösterreich zusammen 68,8 Prozent. 

Sogar eine Verteidigung der absoluten Stimmen- geschweige denn Mandatsmehrheit ist nicht unmöglich: Dazu reicht bitteschön, dass es in dem Land keinen Linksruck gibt. Ja, keinen Linksruck: 2013 schafften die Mitte- und Rechts-Parteien ÖVP, FPÖ und das Team Stronach zusammen 68,8 Prozent. 2008, als es das Team Stornach noch nicht gegeben hatte, waren es 64,9 Prozent für Schwarz-Blau.

Und auch wenn diese Ergebnisse ganz besonders mit der Persönlichkeit ihres Vorgängers Erwin Pröll zusammenhängen: Es gibt Gründe dafür, dass Mikl-Leitner ebenfalls über eine Anziehungskraft verfügt. Nicht zuletzt als ehemalige Innenministerin. Stichwort Sicherheit, Asyl. Das sind noch immer die bestimmenden Themen.

Wie auch immer: Hält Schwarz-Blau in Niederösterreich zumindest 64,9 Prozent und verdoppelt sich die FPÖ zum Beispiel auf 16 Prozent, bleiben für die ÖVP 49 Prozent. Was verdeutlicht, wie vorsichtig man bei den Prognosen sein sollte.

Zumal das Team Stronach nicht mehr antritt. Und man bei diesem eines nicht übersehen darf: Laut SORA-Analyse von damals war es 2013 zu einem Fünftel von bisherigen ÖVP-Wählern unterstützt worden. Was rund zwei Prozentpunkten entspricht, auf die sich die Volkspartei nun wieder Hoffnungen machen darf – und allfällige Verluste, mit denen sie zugunsten der erstmals kandidierenden Neos rechnen muss, entschärfen oder überhaupt ausgleichen könnte.

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