97 Prozent der Landeslehrer gehen in Frühpension

BERICHT. Anteil im Burgenland und in Vorarlberg besonders hoch, in Wien vergleichsweise niedrig. Im Schnitt bleibt ein durchschnittliches Pensionsalter von weniger als 60 Jahren. 

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BERICHT. Anteil im Burgenland und in Vorarlberg besonders hoch, in Wien vergleichsweise niedrig.

Kaum ein Landeslehrer arbeitet bis zum 65. Lebensjahr. Im Burgenland war es von 2008 bis 2013 gerade einmal ein einziger, der erst mit Erreichen des gesetzlichen Antrittsalters in Pension ging. Österreichweit sind es drei Prozent gewesen. Anders ausgedrückt: 97 Prozent verabschiedeten sich vorzeitig in den Ruhestand. Das macht ein Rechnungshofbericht deutlich. Über die Gründe werden darin keine Angaben gemacht.

12.793 Landeslehrer gingen in den fünf Jahren bis 2013 in Pension. In der Regel, nämlich in 12.409 Fällen, handelte es sich um eine Frühpension und dabei meist um eine „Hacklerpension“. Das entspricht einem Anteil von 97 Prozent. Wobei es große Unterschiede gibt: Im Burgenland waren es 99,8 Prozent, in Vorarlberg 99,3 Prozent. Im benachbarten Tirol etwa sind es dagegen 96,5 Prozent gewesen. Und in Wien immerhin 92,9 Prozent. Das drückte naturgemäß das tatsächliche Pensionsantrittsalter.

Von den gesetzlich vorgesehenen 65 sind die Landeslehrer weit entfernt: Laut Rechnungshof sind es „lediglich 59,6 Jahre“. Wobei es sich in etwa um das ASVG-Niveau handelt. Bis 65 arbeitete von 2008 bis 2013 kaum ein Landeslehrer. Im Burgenland war es ein einziger (0,2 Prozent), in Vorarlberg sind es drei gewesen (0,7 Prozent). Wien erreichte mit 119 zumindest einen Anteil von 7,1 Prozent.

Zu den Gründen macht der Rechnungshof keine Angaben. Die Entwicklung der Krankenstandstage lässt jedoch darauf schließen, dass es gesundheitliche Umstände (Stichwort Burnout) sein können, die einen Pädagogen dazu veranlassen oder gar zwingen, sich vorzeitig in den Ruhestand versetzen zu lassen: Allein von 2008 auf 2013 ist die Zahl der durchschnittlichen Krankenstandstage pro Jahr bei den Landeslehrern um 2,13 auf 13,87 gestiegen.

Bei den Bundeslehrern stellt sich die Sache anders dar: 16,6 Prozent arbeiten laut Rechnungshof bis 65, das durchschnittliche Pensionsantrittsalter beträgt 61,2.

> Zum Rechnungshofbericht

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