Zu früh gefreut

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ANALYSE. Die amtliche Statistik über bestätigte COVID-19-Fälle hat allenfalls nur längerfristig eine Aussagekraft. Siehe Entwicklungen im Bezirk Lienz.

Zu früh gefreut: Ab 26. März weist die Statistik des Gesundheitsministeriums 62 bestätigte COVID-19-Fälle im Tiroler Bezirk Lienz aus. Ja, in Tirol, wo sich bekanntlich auch der Krisenbezirk Landeck mit Ischgl und St. Anton befindet. Bei den 62 Fällen blieb es in Lienz auch am 27. März, am 28. März und am 29. März (um 15 Uhr). Vorsichtig formuliert hinkte die Statistik der Wirklichkeit damit freilich hinterher. Und zwar sehr weit.

Das Online-Magazin Dolomitenstadt.at führt eine eigene Datenbank zu den Infektionsfällen in Osttirol. Und zwar „ohne Unterstützung offizieller Stellen“, wie es auf der Website heißt: Die Angaben würden „quasi direkt aus dem Labor kommen“.

Das Ergebnis: Dolomitenstadt.at hinkt der Wirklichkeit ganz offensichtlich weniger weit hinterher. Am 26. März wies es nicht 62, sondern 65 Fälle aus. Und dann bleib es nicht bei diesen, sondern ging nach oben, allein am 27. März um 13 auf 78 und in weiterer Folge auf 87 am 29. März (Stand: 15 Uhr).

Dieser große Sprung am 27. März lässt sich nachvollziehen: Dolomitenstadt.at berichtete damals von 13 Fällen im Lienzer Seniorenheim: Nach zwei MitarbeiterInnen seien auch elf HeimbewohnerInnen positiv getestet worden. Tags darauf berichtete auch ORF.AT davon. In die offizielle Statistik des Gesundheitsministeriums hatten sie aber auch am 29. März noch nicht Eingang gefunden.

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