CoV-Politik will scheitern

-

ZAHLEN ZUM TAG. Wenn die Coronaimpfung noch ernst genommen wird, müsste eine wirkungsvolle Kampagne jetzt gestartet werden. Im Sommer ist es zu spät.

Gut ein Viertel der Gesamtbevölkerung ist bisher zumindest einmal gegen Corona geimpft worden. Und die Quote steigt nicht mehr erkennbar: Im siebentägigen Mittel beträgt der Zuwachs nur noch 0,003 Prozent pro Tag. Sprich: Auf diesem Niveau dauert es fast ein Jahr, bis ein Prozent zusammengekommen ist.

Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass viele der bestehenden Impfungen an Wirkung verloren haben. In den meisten Bundesländern verfügen keine 70 Prozent über ein aufrechtes Impfzertifikat, in Salzburg, Vorarlberg und Oberösterreich handelt es sich gar nur um 65 Prozent.

Das Impfzertifikat geht von zwei Impfungen aus. Dreifach geimpft sind überhaupt viel weniger Menschen. Nur im Burgenland, Niederösterreich und der Steiermark sind es deutlich mehr als 50 Prozent. Sonst liegt die Quote überall nur bei der Hälfte.

Die Bundesregierung scheint das Thema vergessen zu haben. Viel mehr als eine neue Inseratenserie ist von ihrer Seite her nicht wahrnehmbar. Damit legt sie es auf ein Scheitern an. Jetzt müssten zwei Dinge klargestellt werden: Ist Impfen im Hinblick auf den kommenden Herbst und Winter noch wichtig? Soll an der Impfpflicht festgehalten werden? Im Juni, wenn die nächste Evaluierung vorgenommen werden soll, ist es zu spät.

Der Gesundheitsexperte Armin Fidler erklärt in den VN, es dauere etwa ein halbes Jahr, bis – von „null“ beginnend – eine bestmögliche Immunisierung aufgebaut sei. Startet man heute damit, ist dieses Ziel also erst Ende September erreicht. Im „Standard“ fordert die Politikwissenschaftlerin Barbara Preinsack wiederum, die Impfpflicht zu beseitigen. Sie sei kontraproduktiv. Gemeinsam mit Thomas Cyzpionka hat sie sich einmal dafür ausgesprochen, eine Beratungspflicht einzuführen.

dieSubstanz.at spricht Sie an? Unterstützen Sie dieSubstanz.at >

dieSubstanz.at – als Newsletter, regelmäßig, gratis

* erforderliche Angabe


Könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Your email address will not be published.