Mehr Tests bringen nicht mehr Fälle

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ZAHLEN ZUM TAG. Auch gemessen an den durchgeführten Untersuchungen gibt es immer weniger Neuinfektionen.

Zu COVID-19 gibt es viele Experten und darunter auch solche, die ganz allgemein der Überzeugung sind, dass es nur deswegen weniger bestätigte Neuinfektionen gebe, weil weniger getestet werde. So allgemein formuliert ist das jedoch Unsinn.

Klar ist: Wenn nicht getestet wird, werden auch keine Infektionen bestätigt. Klar ist andererseits, dass das Regierungsziel, 15.000 Tests pro Tag durchzuführen, bis zum heutigen Tag nicht erreicht worden ist. Klar ist aber auch, dass die Dunkelziffer nie und nimmer 20 oder 50 Mal höher ist als die offizielle Zahl der bestätigten Fälle. Das Sozialforschungsinstitut SORA kam bei einer Stichproben-Erhebung Anfang April auf 28.500 Infizierte – hochgerechnet auf ganz Österreich.

Das zeigt, dass viel Testen allein nicht zielführend ist. Wenn man zum Beispiel in der Statutarstadt Rust hunderte Untersuchungen durchführen würde, würden kaum Fälle herauskommen. Bisher gibt es dort nämlich keine bestätigten – also keinen Mann und keine Frau, die Symptome geortet und gemeldet haben und die letzten Endes auch positiv getestet worden sind.

Sehr wohl viele Tests durchgeführt worden sind in den vergangenen Wochen in der Arlbergregion. Ergebnis: In St. Anton und Ischgl wurden viele Infektionen entdeckt, in den Hochtannberggemeinden Warth und Schröcken sowie in Lech und Stuben relativ wenige, sodass die Quarantäne dort frühzeitig aufgehoben werden konnte.

Auch österreichweit zeigt eine Gegenüberstellung: Viele Tests führen nicht zu vielen positiven Testergebnissen. Ende März gab es laut offizieller Statistik des Gesundheitsministeriums rund 3000 Tests pro Tag und bis zu 1000 positive Testergebnisse. In den vergangenen Tagen gab es zum Teil mehr Tests, aber viel weniger positive Testergebnisse.

Allerdings: Am 2. April stellte das Gesundheitsministerium fest, dass bis dahin rund 36.000 Tests in der Statistik nicht ausgewiesen worden waren. Die Daten wurden entsprechend korrigiert. Insofern sind die Entwicklungen seither aussagekräftiger, bestätigten aber nur, dass mehr Tests nicht zwangsläufig mehr Infektionen zu Tage führen.

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