Haslauers Irrtum

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ANALYSE. Die Impfbereitschaft hat zugenommen, ist bisher jedoch bescheiden geblieben. Ein Effekt in zwei bis vier Wochen ist wohl ausgeschlossen.

Die vierte Welle, Berichte aus Spitälern, die Einführung von 3-G am Arbeitsplatz und 2-G in der Gastronomie sowie der „Lockdown für Ungeimpfte“ haben die Impfbereitschaft in Österreich in den vergangenen Tagen und Wochen wieder steigen lassen. Für eine Bilanz ist es zu früh. Mehr und mehr muss jedoch damit gerechnet werden, dass man sich nicht zu viel erwarten sollte.

68,9 Prozent der Menschen haben sich bisher zumindest einmal impfen lassen. Zuletzt ist der Anteil wieder etwas stärker gestiegen. Und zwar um durchschnittlich etwas mehr als 0,2 Prozentpunkte pro Tag. Bei diesem Anstieg ist es gerade zu einer gewissen Verfestigung gekommen.

In Salzburg, wo in den Landesspitälern aufgrund einer Überlastung bereits ein Triageteam zusammengestellt wird, spricht sich Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) mit dem Argument gegen weitere Verschärfungen und einen regionalen Lockdown aus, dass damit die „endlich zunehmende Impfbereitschaft“ schweren Schaden nehmen würde. Wobei er betont, dass ein Effekt davon erst in zwei bis vier Wochen zu sehen sein werde. Hintergrund: Impfen wirkt, aber nicht von heute auf morgen.

Problem: In Salzburg ist der Anteil zumindest Erstgeimpfter seit Monatsbeginn nur um 2,8 Prozentpunkte auf 65 Prozent gestiegen. Durchschnittlich beträgt der Zuwachs auch hier kaum mehr als 0,2 Prozentpunkte pro Tag. These: Das reicht nicht aus, um in absehbarer Zeit einen spürbaren Effekt zu erzielen, geschweige denn, die bereits laufende Infektionswelle zu brechen.

Nach Bundesländern ist der Anteil zumindest Erstgeimpfter im Burgenland mit 74,3 Prozent, also fast drei Viertel, am höchsten. Niederösterreich folgt mit 70,9 Prozent. Am niedrigsten ist er in Oberösterreich mit 64,5 Prozent und Salzburg mit den erwähnten 65 Prozent.

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1 Comment
  1. G. Vie 3 Wochen ago

    unlängst nach langer zeit wieder linear ferngesehen, Quarantäne. Die Sendung hieß „Misere live“, oder Miserere, oder so.

    Die Kamera umschmeichelt die Soziologin mit den feinen Händen in der feinen Palastwohnung mit den fein beleuchteten Antiquitäten mit den erlesenen Bildern an den hohen Stuckwänden und einem ohne Zweifel geschmackvoll assortierten Art deco Barwagen im Hintergrund, sie spricht mit feiner Stimme über die Motive des Volkes. Das gezeigte Wohnzimmer hat die Größe von zwei Garçonnièren.

    Gleich darauf besucht die selbe Kamera das Schlangenvolk im Nebel, die Stimmung ist eher weniger fein, man wird nämlich gerade vom Arbeitgeber zu etwas gezwungen was man nicht wollte, und ahnt, dass das nicht das letzte Mal ist, selbst wenn man arbeitslos wird braucht man den Zettel, sonst verliert man die Einzimmerwohnung und das Recht von einem Barwagen zu träumen.

    Da man weiss wem man unter anderem zu verdanken hat, dass man hier im Nebel ansteht, ist man gerade voll motiviert die Vertreter des eintreffenden Massenmediums darüber aufzuklären, daß sie selbst hier das Thema sind. Man kennt die manipulierten Bilder, kennt die treuherzigen Frisuren der Wahrheit die keiner Realität entspringt, man kennt die Kampagnen mit denen der Champagner verdient wird, und man weiss, wer bezahlt dafür.

    Deswegen, weil also wirklich alle mitbekommen haben wie das so läuft im Journalismus, haut das Volk der Journaille seither die Fresse voll auf den selbst gezimmerten Kanälen.

    Die Reporterin samt Kamera-Crew überleben.
    „“
    .
    Fazit: wer noch fernsieht ist definitiv krank und braucht eine Motivforscherin.

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