Wohnkosten steigen unterm Strich kaum

ANALYSE. Von einem Zuwachs von 14,9 Prozent in den vergangenen vier Jahren zu sprechen, ist nicht falsch, aber irreführend. 

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ANALYSE. Von einem Zuwachs von 14,9 Prozent in den vergangenen vier Jahren zu sprechen, ist nicht falsch, aber irreführend.

„Alles wird teurer!“ Verbraucher haben das schon immer gewusst. Und Geschichten, wie jene, wonach die Wohnkosten besonders stark steigen, bestätigen dies. Laut Statistik Austria hat die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter 2011 6,2 Euro betragen. Im vergangenen Jahre waren es bereits 7,1 Euro. Immerhin 14,9 Prozent mehr also. Diese Erzählung, die auch von zahlreichen Medien übernommen worden ist, ist nicht falsch, aber irreführend.

Unterm Strich fällt die Teuerung nämlich viel kleiner aus:

  • Schon eine reine Inflationsanpassung würde eine Zunahme um acht Prozent – von 6,2 auf 6,7 Euro – rechtfertigen.
  • Auf der anderen Seite hat der Tariflohnindex sogar noch stärker, nämlich um 10,5 Prozent, zugenommen. Und das bedeutet, dass auch die Einkommen ein Stück weit angepasst worden sind.
  • Ein Teil des Kostenanstiegs ist darauf zurückzuführen, dass die Qualität der Wohnungen immer besser wird und denn auch höhere Mieten dafür verlangt werden können: 2011 betrug der Anteil der „A-Kategorie“-Mietwohnungen 91,9 Prozent, 2015 bereits 93,3 Prozent.
  • Außerdem steigt der Anteil der Single-Haushalte – allein in den vier Jahren um einen Prozentpunkt auf 37,2 Prozent. Darauf reagiert der Markt, schafft also entsprechende Immobilien. Und eine Ein-Personen-Wohnung ist im Verhältnis naturgemäß teurer als eine Zwei- oder Mehr-Personen-Wohnung.

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