Wer sich (nicht) einbürgern lassen will

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ZAHLEN ZUM TAG. Nur sieben Prozent der Deutschen, die hierzulande leben, wollen Österreicher werden. Dafür gibt es viele Gründe – darunter wohl auch einen, der zu denken geben sollte.

39 Prozent aller Menschen mit einer nicht-österreichischen Staatsbürgerschaft, die hierzulande leben, streben die österreichische an. Das ergab eine Erhebung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) im Auftrag der Stadt Wien. 30 Prozent haben kein Interesse an einer Einbürgerung, die übrigen 31 Prozent lassen die Frage offen.

Die Unterschiede sind jedoch groß: Bei Angehörigen von Staaten, die schon vor 2004 der EU angehörten, wollen nur zwölf Prozent Österreicherin oder Österreicher werden. Bei Deutschen handelt es sich gar nur um sieben Prozent. Bei Angehörigen eines Staates auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens sind es 48 Prozent, bei Türkinnen und Türken 51 und bei Angehörigen eines Drittstaates, wie Syrien, 67 Prozent.

In der Studie wird Literatur zum Thema erwähnt. Ein wichtiges Motiv für den Erwerb einer Staatsbürgerschaft ist demnach ein ökonomisches in dem Sinne, dass eine Verbesserung damit verbunden wird. Bei Deutschen etwa fällt das eher weg. Als EU-Bürgerinngen und -Bürger sind sie im Übrigen ohnehin schon in vielen Belangen gleichgestellt.

Was in der Studie nicht erwähnt wird: Österreichische Politik stellt die Staatsbürgerschaftsverleihung gerne auch als Gnadenakt dar, der nur schwer zu erlangen ist. Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) meinte hier zudem, man müsse sich die Einbürgerung „erarbeiten und verdienen“. These: Gerade bei EU-Mitbürgerinnen und -Bürde, die seit Jahren in der Regel den größten Teil der Migration ausmachen und das am wenigsten notwendig haben, kann das zu einer „Ihr könnt mich gerne haben“-Haltung führen.  

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