Wenn wir von „Nicht-Österreichern“ reden

BERICHT. Nicht nur der Anteil der Personen, die über die Pflichtschule nicht hinausgekommen sind, ist in dieser Bevölkerungsgruppe höher; in gleich sechs Bundesländern ist es auch der der Hochschulabsolventen.

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BERICHT. Nicht nur der Anteil der Personen, die über die Pflichtschule nicht hinausgekommen sind, ist in dieser Bevölkerungsgruppe höher; in gleich sechs Bundesländern ist es auch der der Hochschulabsolventen.

Von „Ausländern“ redet Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) nicht mehr. Stattdessen spricht er von „Nicht-Österreichern“. Bei denen zum Beispiel gespart werden solle. Was unterstellt, dass sie Österreichern zur Last fallen. Womit es an der Zeit ist, diesem Bild eine Differenzierung entgegenzuhalten.

Nicht-Österreicher sind Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft. Und dazu zählen andere EU-Bürger genauso wie sogenannten Drittstaatsangehörige. Um eine homogene Gruppe handelt es sich also schon von da her nicht.

Fassen wir jedoch Österreicher und Nicht-Österreicher im Sinne der politischen Agitation zusammen und schauen wir auf die Bildungsabschlüsse. Ergebnis 1: Bei Nicht-Österreichern ist der Anteil der Frauen und Männer, die über die Pflichtschule nicht hinausgekommen sind, wesentlich größer als bei Österreichern. In den meisten Bundesländern ist er laut den Zahlen, die die Statistik Austria für das Jahr 2015 ausweist, sogar doppelt so hoch; in Oberösterreich ist er mit 51,5 Prozent am höchsten.

Ergebnis 2: Man sollte den Anteil der Hochschulabsolventen unter den nicht-österreichischen Staatsbürgern nicht unterschätzen. Im Gegenteil: Es sind ja auch viele Spitzenmanager, Wissenschaftler und sonstige Fachkräfte darunter. In den meisten Bundesländern ist der Anteil der Hochschulabsolventen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft vergleichbar mit dem der österreichischen, in sechs ist er sogar höher – nämlich im Burgenland, in Kärnten, in Niederösterreich, in der Steiermark, in Tirol und in Vorarlberg.

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