Von wegen Bettenauslastung

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ANALYSE. Die veröffentlichten Zahlen zu den Hospitalisierungen sind besorgniserregend, aber mit größter Vorsicht zu genießen.

Die Pandemie entwickelt sich exponentiell. Eine Zahl, die heute klein ist, wird in wenigen Tagen riesig sein. Das sollte man bedenken, wenn man von den Hospitalisierungen redet. Diesbezüglich wirkt es etwa beruhigend, dass sich 95,9 Prozent der (offiziell) Infizierten in häuslicher Pflege befinden – beziehungsweise „nur“ 3,5 Prozent auf einer gewöhnlichen und weitere 0,6 Prozent auf der Intensivstation eines Spitals. Das ist dem AGES-Dashboard zu entnehmen. Stand: 27. Oktober, 14 Uhr.

Allein: Die Zahl der Hospitalisierungen steigt stark. Um rund sieben Prozent pro Tag nämlich. Da kommt es bald zu Vervielfachungen. Das ist das eine. Das andere: Aussagen zur Spitalsauslastung sind auf Basis des vorhandenen Datenmaterials unmöglich; wieder einmal ist die veröffentlichte Statistik ein Witz, um es bewusst zynisch zu formulieren.

Das zeigt ein Blick in die Bundesländer-Daten: In Oberösterreich waren laut AGES am 27. Oktober die meisten Normalbetten belegt (302), aber auch noch die meisten verfügbar (2845). In Niederösterreich waren 2648 verfügbar, in Wien 2415 und in der Steiermark 1665. Laut Statistik. Ihr Zufolge gab es in Tirol dagegen gerade einmal 37 und in Vorarlberg überhaupt nur noch 32 verfügbare Betten. Soll heißen: Die Angaben basieren auf willkürlichen Definitionen. In einem Land wird viel als verfügbar qualifiziert, im anderen Land fast nichts.

Ähnlich verhält es sich bei den Intensivbetten. In Vorarlberg sind demnach (mit elf Betten) mehr als 50 Prozent belegt; nur noch neun gelten als verfügbar. Allerdings: Wien meldet 232 verfügbare Betten, Niederösterreich 140 und die Steiermark 78 – das sind auch gemessen an der Bevölkerung ungleich mehr als im äußersten Westen.

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