ÖGB: Schrumpfender Riese

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ZAHLEN ZUM TAG. Weniger Mitglieder, mehr Erwerbstätige: Der Organisationsgrad der Gewerkschaftsbewegung hat sich seit Anfang der 1980er Jahre halbiert.

In den letzten vier Jahren kamen ganz neue Töne vom ÖGB: Die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder sei gestiegen, hieß es. Das ist eine ungewöhnliche Entwicklung: In der Vergangenheit war es nur nach unten gegangen mit ihr.

1981 wies die ÖGB-Statistik die meisten Mitglieder aus: 1,68 Millionen. Bis 2014 sank die Zahl auf knapp unter 1,2 Millionen. Gerundet ist sie auf diesem Niveau geblieben. Ungerundet hat sie jedoch zugenommen – von 1.198.041 (2014) auf 1.211.495 (2018).

Ein gewerkschaftliches Problem ist unverändert geblieben: Die Zahl der unselbstständig erwerbstätigen Arbeiter, Angestellten, Beamten und Vertragsbediensteten nimmt viel stärker zu – allein seit 2014 beispielsweise von 3,6 auf 3,8 Millionen.

Die Folge davon ist, dass der gewerkschaftliche Organisationsgrad zurückgeht. Und zwar dramatisch. In den vergangenen 15 Jahren ist die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder gemessen an der der Unselbstständigen von 42 auf 32 Prozent eingebrochen (siehe Grafik).

Ein Bericht der Tageszeitung „Der Standard“ ermöglicht einen Blick noch weiter zurück. 1981 belief sich der Organisationsgrad demnach (bei 2,8 Millionen unselbstständig Erwerbstätigen) auf 59,9 Prozent. Sprich: Seither hat er sich halbiert.

Wenn man bedenkt, dass Gewerkschaften alles in allem auch eher sozialdemokratisch sind, dann ist im Übrigen diese Entwicklung bemerkenswert: Gar keine Nachwuchssorgen haben muss ausgerechnet die ÖVP-lastige Gewerkschaft Öffentlicher Dienst. Ende 2005 hatte die GÖD 229.879 Mitglieder. Zuletzt waren es 251.136.

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