Ob eine Impflotterie hilft?

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BERICHT. Im Burgenland ist der Erfolg schwer messbar. Auch dort sorgt eher die Einführung von 3- und 2-Regeln für einen Schub.

Das Burgenland weist seit Monaten die mit Abstand höchste Durchimpfungsrate auf. Anfang September hat sich das Land nicht zufrieden gegeben damit und ist zu einer Impflotterie geschritten. Das will nun auch Oberösterreich tun, wo die Rate am niedrigsten ist. Zu viel sollte man sich davon jedoch nicht erwarten. Ob’s etwas bringt, ist schwer feststellbar.

Im Burgenland waren zum Start der Impflotterie 69,6 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal geimpft. Der Fortschritt pro Tag bleib in weiterer Folge im niedrigen Zehntelprozentbereich – wie in Österreich insgesamt. Am 3. November, als das Lotterieziel von 10.000 zusätzlichen Erstimpfungen erreicht war, betrug der Bevölkerungsanteil 73 Prozent. Bemerkenswert: Ebenfalls wie in ganz Österreich ist dieser Anteil seither stärker gestiegen; das hat wohl mit einer neuerlichen Infektionswelle sowie 3-G- und 2-G-Regeln zu tun. Am 8. November lag der Anteil im Burgenland bereits bei 73,6 Prozent.

Ein Blick auf die Entwicklungen zeigt eben, wie ähnlich die Fortschritte im Burgenland und in ganz Österreich seit Ende August sind (siehe Grafik). Das ist einerseits ein Hinweis darauf, dass eine Lotterie keine Wunder bewirkt, um es bewusst zugespitzt zu formulieren. Andererseits aber muss das nicht bedeuten, dass eine Lotterie nichts bringt.

Im Burgenland sind schon lange mehr Menschen geimpft, reduziert sich die Gruppe der Ungeimpften schon lange stärker auf diejenigen, die sich aus unterschiedlichen Gründen unter keinen Umständen impfen lassen wollen. Sprich: Mobilisierung wird mit jedem Anstieg der Impfrate noch schwieriger. Im schlimmsten Fall hat die Lottere also „nur“ dazu beigetragen, dass der Impffortschritt nicht stärker zurückgegangen ist. Auch das wäre etwas.

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