Explosive Lebensmittelpreise

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ZAHLEN ZUM TAG. Überdurchschnittliche Zunahme, die vor allem unteren Einkommensschichten zusetzt.

Nach Ansicht von Nationalbankökonomen handelt es sich um eine teure Entlastung mit der Gießkanne: Die Regierung will die Umsatzsteuer auf Grundnahrungsmittel von zehn auf fünf Prozent halbieren. Das koste 1,2 Milliarden Euro und davon würden alle profitieren; also nicht nur diejenigen, die’s brauchen, um es salopp zu formulieren, sondern „auch reiche Haushalte“, wie die Ökonomen schreiben.

Politisch ist die Entwicklung der Lebensmittelpreise jedoch ein riesiges Problem: Es wird von den relativ meisten Menschen in Österreich nicht zufällig als solches gesehen. Liegt die Inflationsrate gegenüber 2020 insgesamt bei knapp 30 Prozent, so ist sie bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken mit 33 Prozent noch größer.

Zweitens: Preissteigerungen kommen für eine Masse gerade durch jene bei Lebensmitteln zum Ausdruck. Brot beispielsweise wird von fast allen regelmäßig gekauft. Schon kleine Veränderungen sind hier also für viele direkt wahrnehmbar.

Drittens: Statistik Austria führt alle fünf Jahre eine Konsumerhebung durch. Von der jüngsten (2024/25) liegen noch keine Ergebnisse vor. Daher muss man sich auf jene von 2019/2020 stützen, um das zu erhalten, was unter anderem relevant ist: Relationen.

Im Durchschnitt gaben österreichische Haushalte 255 Euro pro Monat für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke aus. Das entsprach 11,9 Prozent der Gesamtausgaben. Beim untersten Einkommenszehntel handelte es sich mit 185 Euro zwar absolut um viel weniger, gemessen am Einkommen mit 18,8 Prozent jedoch um viel mehr. Ihm setzen Teuerungen also ganz besonders zu – nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv.

Zum Vergleich: Beim obersten Einkommenszehntel waren die Ausgaben mit 638 Euro pro Monat zwar mehr als drei Mal größer als beim untersten, gemessen an den Gesamtausgaben mit 8,2 Prozent aber nicht einmal halb so hoch.

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