Ausgerechnet Vorarlberg will’s wissen

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ZAHLEN ZUM TAG. Weitgehende Lockerungen trotz höchster Inzidenz, niedriger Impfrate und großem Fragezeichen (Omikron).

Bei den Öffnungsschritten ab 12. Dezember sollte man nicht versuchen, eine Logik zu finden. Geschweige denn eine Strategie im Umgang mit Corona. Es handelt sich schlicht um politische Entscheidungen, die kurzfristige Interessen (z.B. des Tourismus und des Handels) berücksichtigt. Das ist legitim. Ob es längerfristig vernünftig ist, bleibt abzuwarten.

Geht man davon aus, dass einerseits ein überschaubares Infektionsgeschehen und andererseits ein hoher Anteil dreifach Geimpfter maßgebend sein sollten, dürfte derzeit am ehesten die Ostregion zu Lockerungen schreiten: Im Burgenland sind bereits 35,6 Prozent „geboostert“ und beträgt die Inzidenz bestätigter Infektionen 330. In Wien ist sie niedriger (288), sind aber erst 29,2 Prozent drei Mal geimpft. Niederösterreich liegt alles in allem dazwischen (360 bzw. 32,4 Prozent). Siehe auch Grafik.

In der Steiermark ist erst ein Viertel der Bevölkerung dreifach geimpft und in Vorarlberg, wo die Inzidenz mit Abstand am höchsten ist (808), handelt es sich ebenfalls nur um einen Anteil von 26,4 Prozent – das sind fast zehn Prozentpunkte weniger als im Burgenland, wo die Inzidenz wie erwähnt nicht einmal halb so hoch ist. Trotzdem schreiten nun beide Länder gemeinsam mit Tirol (537 31,7 Prozent) voran bei Öffnungen und lassen etwa auch schon Gastronomiebetriebe aufsperren. Hotels am Arlberg hätten wie erwähnt eine 2-G-Plus-Regelung angeboten, das wird von der Politik jedoch nicht verlangt.

Das Risiko erscheint beträchtlich: Aufgrund der Ausbreitung der Omikron-Variante kann eine fünfte Welle nicht ausgeschlossen werden. In der Umgebung von Tirol und Vorarlberg gibt es zum Teil steigende Zahlen – konkret in der Schweiz und in Liechtenstein. Laut NZZ wächst in der Schweiz die Befürchtung, dass ein Lockdown nötig werden könnte. Pikant: WKO-Präsident Harald Mahrer hat erst vor wenigen Tagen die Schweiz als Vorbild genannt, weil dort „normaler Geschäftstätigkeit“ nachgegangen werde. Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sprach wiederum von sinkenden Zahlen in der Bodenseeregion. Das trifft jedoch nur auf den süddeutschen Raum zu.

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