Warum eine neue Pensionsreform sein muss: 5 Gründe

ANALYSE. Man muss nicht in Panik verfallen, aber die Fakten respektieren – und die unterstreichen den Handlungsbedarf mehrfach. 

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ANALYSE. Man muss nicht in Panik verfallen, aber die Fakten respektieren – und die unterstreichen den Handlungsbedarf mehrfach.

Bis Ende Februar will die Bundesregierung eine neue Pensionsreform vorlegen. Ob sie das schaffen wird, ist fraglich: Von einer „Automatik“, wie sie Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) vorschwebt, will Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) nichts wissen. Dabei zeigt sich, dass der Handlungsbedarf groß ist: Die Reformen der 2000er Jahre sind nicht weit genug gegangen; das kann man drehen und wenden, wie man will. Der einzige Spielraum, der bleibt, ist, festzulegen, wo angesetzt wird: Bei denen, die über Steuern und Beiträge die Altersversorgung finanzieren; beim Antrittsalter; oder bei den Pensionen selbst.

Im Folgenden die fünf entscheidenden Gründe, die verdeutlichen, warum eine Reform sein muss:

  1. Die Zahl der Pensionsbezieher steigt drei Mal stärker als die Gesamtbevölkerung. Im Jahr 2000 verzeichneten die Pensionsversicherungsträger 1,6 Millionen Pensionsbezieher. 2014 waren es 1,9 Millionen. Das entspricht einem Plus von 19,7 Prozent. Zum Vergleich: Die Gesamtbevölkerung hat nur um 6,6 Prozent auf 8,5 Millionen zugenommen.
  2. Das Pensionsantrittsalter ist seit der Jahrtausendwende zwar gestiegen – aber nicht so stark wie die Lebenserwartung: Bei den Männern ist das Antrittsalter um 2,3 auf 60,8 Jahre und bei den Frauen um 1,8 auf 58,6 Jahre geklettert. Die Lebenserwartung dagegen hat bei Männern um 3,8 auf 78,9 Jahre und bei Frauen um 2,6 auf 83,7 Jahre zugenommen.
  3. Der Pensionsaufwand, den die Versicherungsträger verbuchen, betrug 2014 33,89 Milliarden Euro; das waren um 72,1 Prozent mehr als 2000. Die Wirtschaftsleistung ist im Vergleichszeitraum jedoch nur um 54,5 Prozent gestiegen.
  4. Die Gesamterträge der Pensionsversicherung, also vor allem die Beitragseinnahmen, sind zwar stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung, aber mit 63,1 Prozent auf 28,4 Milliarden Euro nicht so stark wie der Pensionsaufwand.
  5. Was zur Folge hat, dass die Bundesmittel überproportional zunehmen. Die Summe dieser Steuergelder hat sich gegenüber dem Jahr 2000 auf 10,1 Milliarden Euro mehr als verdoppelt (plus 105,5 Prozent).

> Zur Pensionsstatistik des Sozialministeriums, der die Pensionszahlen, die diesem Bericht zugrunde liegen, entnommen sind.

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