Blümel im Glück

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BERICHT. Bei gleich hohen Schulden ist der Zinsaufwand im vergangenen Jahr um zwei Milliarden Euro niedriger gewesen als 2016.

Niedrige Zinsen sind schlecht für Sparer und gut für den Staat. Weil dieser stark verschuldet ist. Die Entwicklung des Zinsaufwandes bringt das eindrucksvoll zum Ausdruck: Bei mehr als doppelt so hohen Schulden ist der Aufwand heute so niedrig wie in den 1990er Jahren.

Gernot Blümel (ÖVP) hat als neuer Finanzminister eine komfortable Budgetlage angetroffen. Die gute Wirtschaftslage und die kalte Progression bescheren höhere Steuereinnahmen. Ausgabenseitig machen sich wiederum die niedrigen Zinsen bemerkbar. Und wie.

Im vergangenen Jahr beliefen sich die Schulden des Bundes auf 209 Milliarden Euro. Der Zinsaufwand belief sich jedoch nur auf 5,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von gerade einmal 2,6 Prozent.

2016, also drei Jahre zuvor, waren die Schulden mit 208 Milliarden Euro ähnlich hoch. Der Zinsaufwand machte jedoch mit 7,5 um zwei Milliarden Euro mehr aus. Oder: Einen so niedrigen Zinsaufwand in absoluten Zahlen hatte es zuletzt 1994 gegeben; damals waren die Schulden mit 89 Milliarden Euro aber noch viel niedriger.

Die Schulden des Staates setzen sich vereinfacht ausgedrückt aus vielen Teilen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Konditionen zusammen. Die allgemeine Zinsentwicklung machte sich daher erst nach und nach bemerkbar.

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