EU: Echte Hassliebe

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ANALYSE. In Österreich glauben so wenige Menschen, von der Mitgliedschaft zu profitieren, wie in keinem anderen Land. Konkreter befragt, tun es jedoch überdurchschnittlich viele.

„Die EU“ gilt in Österreich durchaus als Schimpfwort. Von dort kommt demnach eher Schlechtes, „Brüssel“ ist an Üblem schuld. Das ist zugespitzt formuliert, wird von Teilen der Politik jedoch gepflegt. Seit Jahren. Ergebnis: Bei der jüngsten Eurobaromter-Erhebung erklärten nur 54 Prozent der befragten Österreicherinnen und Österreicher, dass man von der Mitgliedschaft profitiere. Das sind so wenige wie in keinem anderen Land. In Irland und Luxemburg sind es mehr als 90 Prozent, in Polen 84 und in Ungarn auch immerhin 83 Prozent.

Umgekehrt meinen 40 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher, dass man von der Mitgliedschaft nicht profitiere. Das sind so viele wie in keinem anderen Land. Rumänien und Italien kommen diesem Anteil mit jeweils 32 Prozent am nächsten. In Irland und Luxemburg handelt es sich um vier bzw. fünf Prozent.

Wirklich fundiert scheint die Meinung hierzulande aber nicht zu sein. Was dafür spricht, dass sie das Resultat billiger bzw. populistischer Politik und ebensolcher Medien ist. Bei der Erhebung wurde jedenfalls auch gefragt, ob man von der EU in konkreteren Bereichen profitiere. Hier ist der Anteil all jener, die zustimmen, in Österreich fast durchwegs überdurchschnittlich.

Dass die Union zu Wirtschaftswachstum beitrage, finden in allen Mitgliedsländern 30, in Österreich 31 Prozent. Dass sie der nationalen Bevölkerung weltweit mehr Gewicht verleihe, glauben EU-weit 20, in Österreich 24 Prozent. Dass sie zu einer positiven Entwicklung des Lebensstandards beitrage, meinen in allen Mitgliedsländern 17 und in Österreich immerhin 25 Prozent. Größer ist auch der Anteil der Menschen hierzulande, die der Überzeugung sind, dass sie hilft, Terrorismus zu bekämpfen oder auch den Klimawandel zu bremsen.

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