Warum Österreich aufhören muss, Flüchtlinge nur durchzuwinken

ANALYSE. Nach Deutschland kommen auch Tausende Menschen, die ganz offensichtlich nicht Schutz vor dem IS-Terror suchen. 

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ANSLYSE. Nach Deutschland kommen auch Tausende Menschen, die ganz offensichtlich nicht Schutz vor dem IS-Terror suchen.

Während die österreichische Asylstatistik für den August noch immer nur vorläufig ist, hat Deutschland bereits jene für den September vorgelegt. Sie lässt Rückschlüsse darauf zu, wen rot-weiß-rote Behörden von der Grenze zu Ungarn oder Slowenien Richtung Bayern transportieren: Nicht nur Syrier, Afghanen und Iraker, die alle Gründe haben, Schutz vor dem Terrorregime des Islamischen Staates (IS) zu suchen.

40.487 Asylerstanträge verzeichneten die deutschen Behörden im September. Die meisten kamen erwartungsgemäß von Menschen aus Syrien, 16.544 nämlich. Sie, Afghanen und Iraker lieferten insgesamt 21.815 Anträge – etwas mehr als die Hälfte also.

Für Deutschland ist diese Entwicklung ein Problem. Und damit wird auch Österreich zur Verantwortung gezogen, 

„Fast ein Viertel der Erstantragsteller (24,4 %, 9875 Personen) kam im aktuellen Berichtsmonat aus den dominierenden sechs Balkanländern (Albanien: 6624, Serbien: 1201, Mazedonien: 879, Kosovo: 622, Bosnien und Herzegowina: 369, Montenegro: 180)“, stellt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in seinem Monatsbericht darüber hinaus fest.

Selbstverständlich muss jeder Asylantrag geprüft werden – während der eines Syrers aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit angenommen wird, ist das bei einem Albaner eher nicht der Fall: Fluchtgründe im Sinne der Genfer Konvention wird er weniger vorweisen können. Daher liegt die Anerkennungsquote in Deutschland bei nahezu null Prozent.

Wobei es nicht nur um Deutschland geht, sondern viel mehr noch um die Flüchtlinge selbst.

Für Deutschland ist diese Entwicklung ein Problem: Allein schon mit der Versorgung der Kriegsflüchtlinge stößt es an seine Kapazitätsgrenzen. Und damit wird auch Österreich zur Verantwortung gezogen, nicht einfach jeden ins Nachbarland durchzuwinken.

Wobei es nicht nur um Deutschland geht, sondern viel mehr noch um die Flüchtlinge selbst, die sich vor unzumutbaren Verhältnissen und auch aus größter Lebensgefahr in Sicherheit bringen wollen: Wenn jedem, der kommt, Schutz zugestanden wird, erfahren sie aufgrund der Massen nicht mehr den besonderen, auf den sie de facto einen Anspruch haben.

Doch zurück zur Asylstatistik. Vergleicht man die Zahlen aus Österreich und Deutschland vom August, dann fällt auf, wie unterschiedlich die Herkunftsländer sind: In Deutschland entfielen schon damals nur 42 Prozent der Fälle auf Syrien, Afghanistan und den Irak. In Österreich waren es dagegen 70 Prozent.

> Zur Asylstatistik des deutschen Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. 

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