Jeder sechste Asylwerber kommt aus Afrika

ZAHLEN ZUM TAG. Anteil in Österreich viel geringer als in der Schweiz, wo besonders viele Geflüchtete aus Eritrea registriert werden.

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ZAHLEN ZUM TAG. Anteil in Österreich viel geringer als in der Schweiz, wo besonders viele Geflüchtete aus Eritrea registriert werden.

„Ein Kontinent auf der Flucht“, titelt der „Kurier“ in seiner Ausgabe vom 20. Juni: Immer mehr Afrikaner wollten nach Europa. Zumindest thematisch passt das zum Disput an der Regierungsspitze: Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) fordert eine Schließung der „Mittelmeerroute“, was Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) wiederum als „populistischen Vollholler“ bezeichnet.

Auch wenn sich nicht nur Afrikaner in Lebensgefahr begeben, um in überfüllten Booten nach Europa zu kommen, lohnt sich ein Blick in die Statistik, die das Innenministerium führt: Wieviele haben heuer bis einschließlich Mai bereits einen Asylantrag in Österreich eingereicht?

Insgesamt wurden hierzulande in den ersten fünf Monaten diese Jahres 10.530 Anträge verzeichnet. Knapp ein Sechstel davon kam von Afrikanern: 1821. Zum Vergleich: Von Afghanen stammten 1673, von Syrern 3457, also beinahe doppelt so viele.

Was die Nationalität dieser Afrikaner betrifft, so konzentriert sich diese wiederum auf wenige Staaten: Nigeria (693), Somalia (262), Algerien (208) und Marokko (160); auf sie entfallen mehr als zwei Drittel.

Aus Krisenländern wie Mali und Eritrea gab es noch kaum Asylanträge; 10 und 22 nämlich. Gerade was Eritrea betrifft, ist das bemerkenswert: Menschen aus diesem Land zieht es ganz offensichtlich eher in die Schweiz. Dort bilden sie eine der größten Asylwerbergruppen (mit 1405 von insgesamt 7489 Anträgen bis einschließlich Mai). Wie in der Schweiz überhaupt der Anteil der Afrikaner unter den Asylwerbern viel größer ist – mit 4109 von den 7489 beläuft er sich auf mehr als die Hälfte. 

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