Flüchtlingsströme umgedreht

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ZAHLEN ZUM TAG. 2018 haben summa summarum mehr syrische, afghanische und irakische Staatsbürger Österreich verlassen als zugewandert sind.

Österreich will keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen. Standard-Argument von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP): Seit 2015 sei man schon mit knapp 200.000 Asylanträgen konfrontiert worden. Das sagt jedoch nicht viel aus. Im Land geblieben sind bei weitem nicht alle Männer, Frauen und Kinder. Ja, zuletzt gab es zum Teil sogar mehr Abwanderung.

Das zeigt ein Blick in die Wanderungsstatistik, die die Statistik Austria führt. Greifen wir die Angaben für syrische, afghanische und irakische Staatsbürger heraus. Warum? Weil das die Staatsbürgerschaften der meisten Flüchtlinge sind; 2015 macht ihre Anteil gut drei Viertel aus.

Die Ergebnisse überraschen: 2015 bis 2018 wanderten alles in allem um 72.918 mehr Personen mit diesen Staatsbürgerschaften nach Österreich zu als es verließen. Ziemlich genau die Hälfte davon waren Syrer (36.869).

Bemerkenswert ist auch die Entwicklung nach Jahren: Zwei Drittel dieser 72.918 entfielen allein auf 2015, also das Jahr der großen Flüchtlingskrise (50.514). 2016 belief sich der Wanderungssaldo in Bezug auf die drei Staatsbürgerschaften auf 17.551, 2017 auf 5632. Wobei in diesem Jahr bereits um 359 mehr Iraker Österreich verließen als zuwanderten.

2018 gab es sogar insgesamt mehr Abwanderung: Bei Syrern war der Saldo mit 1276 noch positiv (= mehr Zuwanderung), bei Afghanen mit -1273 und bei Irakern mit -782 jedoch negativ. Unterm Strich blieb damit ein Abwanderungsüberhang von 779 Personen.

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