#Asyl EU-Länder: Anerkennungsquoten bei Syrern von null bis 100 Prozent

BERICHT. Flüchtlinge müssen es sich genau überlegen, an welches Land sie sich wenden. In der Slowakei etwa haben sie so gut wie keine Chance.

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BERICHT. Flüchtlinge müssen es sich genau überlegen, an welches Land sie sich wenden. In der Slowakei etwa haben sie so gut wie keine Chance.

Das Flüchtlingsdrama von der Ostautobahn hat die Rufe nach einer gemeinsamen Asylpolitik auf europäischer Ebene verstärkt. Tatsächlich ist man nach wie vor meilenweit entfernt davon. Das zeigen auch die Anerkennungsquoten für die Menschen aus Syrien: Sie reichen von null bis 100 Prozent, wie der aus dem heurigen Juli stammende Jahresbericht 2014 des EU-Asylbüros zeigt.

Bulgarien, Tschechien, Zypern und Deutschland: Wer als Syrer dorthin kommt, hat es geschafft; zumindest der Flüchtlingsstatus ist ihm so gut wie sicher: Die Anerkennungsquoten liegen bei 95 (Zypern, Deutschland) bzw. gar 100 Prozent (Bulgarien, Tschechien). Schon im Nachbarland der Tschechischen Republik, der Slowakei, brauchen sich Syrer dagegen keine Hoffnungen machen. 2014 betrug die Anerkennungsquote ebendort exakt null Prozent. Erst vor wenigen Tagen zeigte sich Bratislava bereit, 200 syrische Kriegsflüchtlinge aufzunehmen – stellte laut „Spiegel Online“ allerdings Bedingungen: Es müsse sich um Christan handeln. “Wir könnten 800 Muslime aufnehmen, aber wir haben in der Slowakei überhaupt keine Moscheen”, soll Ivan Metik, Sprecher des Innenministeriums, der BBC gesagt haben: “Es würde ihnen hier nicht gefallen.”

Österreich lieferte für den Jahresbericht 2014 noch keine Daten. Im Jahr davor lag die Anerkennungsquote bei 46 Prozent. Für einen Syrer oder eine Syrerin standen die Chancen auf einen Flüchtlingsstatus bei Fifty-fifty. Die Unterschiede sind u.a. auch damit erklärbar, inwieweit sich die Mitgliedstaaten an das Dublin-Abkommen gebunden fühlen. Zuständig für Flüchtlinge ist demnach das Land, über das sie in den EU-Raum gekommen sind. Deutschland hat das sogenannte Dublin-Verfahren für Syrer soeben ausgesetzt, für Österreich kommt dies laut Innenministerin Johanna Mikl-Leitner nicht infrage.

> Zum Jahresbericht 2014 des EU-Asylberichts (in englischer Sprache)

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