94 Prozent fremdsprachige Kinder

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ZAHLEN TUM TAG. Anregung von Ex-Ombudsfrau Wiesinger und Realität: An Neuen Mittelschulen gibt es in einigen Bezirken fast nur Kinder mit nicht deutscher Umgangssprache.

Das Bildungsministerium hat sich zwar von Susanne Wiesinger als Ombudsfrau für Wertefragen und Kulturkonflikte an österreichischen Schulen getrennt, ihren Bericht aber veröffentlicht. Wobei eines bemerkenswert ist: Ressortchef Heinz Faßmann (ÖVP) hatte zunächst kritisiert, dass die Antwort auf die Frage fehle, wie aufgezeigte Probleme gelöst werden könnten. Im Bericht findet sich nun jedoch die eine oder andere Anregung. Zum Beispiel die nach einer besseren Durchmischung. Diesbezüglich gibt es wirklich extrem großen Handlungsbedarf.

Wörtlich heißt es im Bericht: „Um u.a. die Integration und Deutschkenntnisse der Schüler/innen zu verbessern, sollte versucht werden, in jenen Bereichen, wo dies noch möglich ist, durch gezielte Lenkung der Schüler/innenströme auf eine möglichst heterogene Schüler/innenzusammensetzung zu achten (sprachlich, sozial, kulturell, religiös etc.).“

Vor allem Neue Mittelschulen haben sich in den Städten zu Schulen für Kinder mit nicht deutscher Umgangssprache entwickelt. Das zeigt eine Auswertung der Daten, die die Statistik Austria führt: 2018 gab es österreichweit 30 Bezirke, in denen der Anteil dieser Buben und Mädchen 50 Prozent und mehr betrug.

Die meisten befinden sich in Wien. An der Spitze: Margareten mit 94 Prozent, gefolgt von Hernals mit 92 und Ottakring mit 91 Prozent. In neun weiteren Bezirken der Bundeshauptstadt handelte es sich um mehr als 80 Prozent.

Der erste Nicht-Wiener Bezirk im Ranking ist Wels-Stadt mit 72 Prozent auf Platz 16. Salzburg-Stadt folgt mit 69 Prozent auf Platz 18. Im Übrigen auf der Liste: Linz, Graz, jeweils Stadt, mit 65 und 63 Prozent sowie Linz-Land (52 Prozent), Innsbruck-Stadt (51 Prozent) und St. Pölten (50 Prozent).

All das bringt sehr viel zum Ausdruck: Die Neue Mittelschule hat sich in den Ballungsräumen nicht zum Zwischenziel von der Hauptschule zur Gemeinsamen Schule für alle 10- bis 14-Jährigen entwickelt. Sie ist hier vor allem die Schule für fremdsprachige Kinder, die so sehr unter sich bleiben, dass es schwer bis unmöglich ist für sie, zum Beispiel voneinander bestmöglich Deutsch zu lernen.

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