Kanzleramt: Frühpension ist die Regel

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ZAHLEN ZUM TAG. Zwei Drittel der Beamtinnen und Beamten scheiden vor dem 65. Geburtstag aus dem Dienst aus.

Wenn man bedenkt, dass der damalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) schon vor 20 Jahren vom Ende der Frühpension gesprochen hat und zumindest sein Nachfolger Sebastian Kurz (ÖVP) kaum offen widersprechen wird, sind diese Zahlen bemerkenswert: Von den 102 Beamtinnen und Beamten des Kanzleramts, die von 2010 bis 2020 in den Ruhestand gegangen sind, haben dies zwei Drittel vor dem 65. Geburtstag, also frühzeitig getan. Nur ein Drittel ist in die Regelpension gegangen, wie einer parlamentarischen Anfragebeantwortung von Sebastian Kurz zu entnehmen ist.

Relativ viele haben sich Anfang der 2010er Jahre sowie 2017 bis 2019 zur Ruhe gesetzt. Wobei die Verhältnisse 2019 extrem waren: 13 gingen in die Frühpension, nur eine Person in die Regelpension. Das durchschnittliche Antrittsalter lag bei gerade einmal 60,6. Im vergangenen Jahr gab es vier Früh- und eine Regelpensionierung. Hier lag das Durchschnittsalter wenigstens bei 63,1.

Zu Vertragsbediensteten konnte Kurz keine Angaben machen: Über ihre Pensionierungen entscheide „ausschließlich die Pensionsversicherungsanstalt, sodass dem Bundeskanzleramt keine konkreten Daten darüber vorliegen“, erklärt er.

Im Unterschied zur Pensionsversicherung ist das Pensionsalter bei Beamtinnen und Beamten gleich. In der Pensionsversicherung gehen Männer im Schnitt mit 63,2 in die Alterspension und Frauen mit 60,2.

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1 Comment
  1. Alexander Pschikal 2 Wochen ago

    Sehr geehrter Herr Huber
    Ich schätze Ihre Kommentare sehr und leiste auch gern einen finanziellen Beitrag.

    Die Pensionierungen im BKA sind aber etwas verkürzt dargestellt und da ich selbst dort arbeitete kann ich wohl etwas dazu beitragen.

    Ich bin im Dezember 2016 als offensichtlich einer von Dreien als „Frühpensionist“ in den Ruhestand getreten: mit fast 35 Dienstjahren im Bundeskanzleramt und mit insgesamt 41 Beitragsjahren zur Pensionsversicherung. Ja ich habe die Möglichkeit genutzt mit 62,5 Jahren in die Pension zu gehen und habe dafür auch Abschläge in Kauf genommen. Wäre es aus Ihrer Sicht besser gewesen länger zu studieren und bis 65 zu arbeiten mit insgesamt weniger Beitragsjahren (was übrigens auch oft vorkommt!).
    Ihr Schlusssatz „In der Pensionsversicherung gehen Männer im Schnitt mit 63,2 in die Alterspension und Frauen mit 60,2.“ bedeutet ja, dass im Durchschnitt (50/50 gerechnet) in der ASVG man/frau mit 61,7 in Pension geht. Sie selbst schreiben in einigen Absätzen vorher, dass die Beamten im BKA 2020 mit 63,1 in den Ruhestand traten. Wo ist also das Problem???

    Ich würde Sie sehr bitten aufzupassen, dass nicht eine Gruppe gegen eine andere ausgespielt wird. Sonst bekomme ich einen Kommentar von Ihnen wie hoch denn die Beamtenpensionen sind: wobei gerne vergessen wird, dass wir den höchsten Beitragssatz haben und keine Abfertigung kassieren.
    MfG
    Pschikal

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