Flüchtlinge: Auch das AMS hat’s nicht einfach

BERICHT. WIFO bestätigt Abstimmungsprobleme zwischen Asylbehörden und dem Arbeitsmarktservice. 

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BERICHT. WIFO bestätigt Abstimmungsprobleme zwischen Asylbehörden und dem Arbeitsmarktservice.

Die Regierungsspitze hat die AMS-Spitze zum Rapport gebeten. Integrationsprobleme sind das Thema. Dabei hätte jedoch auch die Politik selbst erheblichen Handlungsbedarf. Das untermauert ein Untersuchungsbericht des Wirtschaftsforschungsinstitutes WIFO.

Was man AMS-Vorstand Johannes Kopf nicht vorwerfen kann, ist, dass er nicht davor gewarnt hat, was auf den Arbeitsmarkt zukommt. Und dass er nicht auf Missstände wie jenen hingewiesen hat, dass seine Einrichtung von den Asylbehörden keine weiteren Informationen darüber erhält, mit wie vielen „Kunden“ sie zu rechnen habe. Oder dass er nicht erklärt hätte, dass sie möglichst viele Kandidaten am liebsten gleich übernehmen würde. Je früher, desto besser. Getan hat Kopf das beispielsweise auf einem NZZ.at-Clubabend Anfang 2017.

„Auch hinsichtlich der avisierten besseren Koordination ist der Fortschritt geringer als erhofft.“ 

Viele Missstände haben sich ganz offensichtlich gehalten: Das WIFO ist mit einer „Begleitenden Evaluierung der Umsetzung des verpflichtenden Integrationsjahres in Österreich“ betraut. Sie befindet sich zwar noch in Arbeit, ein erster kurzer Zwischenbericht liegt aber schon einmal vor: Die Erfassung der Zielgruppe in Arbeitstrainings sei „immer noch sehr gering und wird sich wohl auch nicht deutlich erhöhen“, heißt es darin. Und: „Auch hinsichtlich der im Integrationsjahrgesetz avisierten besseren Koordination zwischen Asylverfahren und Betreuung durch das AMS ist der Fortschritt geringer als erhofft.“

„Die Budgetplanung für dieses Programm sollte berücksichtigen, dass die Bedeutung der Zielgruppe voraussichtlich weiter steigen wird.“

Im Übrigen hat das WIFO noch eine Empfehlung für den Finanzminister: „Die Budgetplanung für dieses Programm sollte berücksichtigen, dass die Bedeutung der Zielgruppe voraussichtlich weiter steigen wird und es zur Umsetzung eines solchen Programms vor allem einer mittelfristig gesicherten Finanzierung bedarf.“

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