Wo jeder Dritte arbeitslos ist

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BERICHT. AMS-Statistik verdeutlicht den Wert höherer Bildung: In Wien sind 30 Prozent der Personen, die nicht über die Pflichtschule hinauskamen, ohne Job.

Auch das könnte ein Wahlkampfthema sein: Bildung. Die AMS-Statistik würde ein überzeugendes Argument dafür liefern. Mit dem Bildungsstand sinkt die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu sein. Beispiel: Österreichweit sind 19,2 Prozent der Männer und Frauen, die nicht über die Pflichtschule hinauskamen, ohne Job. Bei Hochschulabsolventen beträgt die Quote gerade einmal 3,4 Prozent, so eines AMS-Spezialauswertung, Stand Juli 2018.

Die regionalen Unterschiede sind extrem. Bei den Leuten, die allenfalls die Schulpflicht erfüllt haben, beträgt die Quote in Wien ganze 29,3 Prozent. Gut jeder bzw. jede Dritte also. Recht hoch ist die Quote auch in Kärnten mit 21,9 Prozent und Niederösterreich mit 20,2 Prozent. In der Steiermark handelt es sich um 18,3 und im Burgenland um 17,5 Prozent.

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Gegen Westen ist die Quote vergleichsweise niedrig: In Oberösterreich beträgt sie 12,8, in Vorarlberg 12,5 und in Salzburg 10,7 Prozent. In Tirol ist sie mit 8,2 Prozent am niedrigsten. Dort ist aber auch die Arbeitslosenquote insgesamt am niedrigsten. Alles in allem gilt ganz offensichtlich die Faustregel: Arbeitslosenquote mal drei ist ungefähr die Quote bei der Gruppe der „maximal“ Pflichtschul-Absolventen.

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1 Comment
  1. Michael m-e 2 Monaten ago

    „Die regionalen Unterschiede sind extrem“

    die hier beschriebenen umstände bieten gleichzeitig eine ausgezeichnete basis, um die hohe arbeitslosenrate in Wien zu erklären.
    anders als von S. Kurz gerne dargestellt, um seine clientele im ländlichen raum mit vorurteilen zu bedienen, sind nicht die „faulen wiener“, die teilw. morgens nicht mal mehr mit ihren kindern aufstehen, dafür verantwortlich zu machen.

    ein blick in die pendler-statistiken gibt zusätzlichen aufschluss:

    „Wien zieht meisten Pendler an“
    # https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/panorama/wien/416671-Wien-zieht-meisten-Pendler-an.html

    daten dazu:
    # http://statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bevoelkerung/volkszaehlungen_registerzaehlungen_abgestimmte_erwerbsstatistik/079498.html

    abgesehen davon, dass eine (deutlich) höhere ALR als im umland ein charakteristikum von grossen ballungsräumen ist (Wien ist noch dazu in Ö die einzige millionenstadt), zeigt der pendlersaldo folgendes:

    es sind mehr arbeitsplätze vorhanden als personen im erwerbsalter. dass diese von „auserhalb“ besetzt werden (crowding out), liegt daran, dass die qualifikation nicht ausreicht.
    die zahlen deuten auf ein massives (aus)bildungsdefizit hin.

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