Wiener „Wunder“

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ZAHLEN ZUM TAG. In 24 Stunden hat sich die (offiziell ausgewiesene) Zahl der Genesenen verdoppelt. Das ist schön, vor allem aber auch alarmierend.

Ganz naiv könnte man von einem Wunder sprechen: Die Zahl der Menschen, die eine bestätigte COVID-19-Infektion gut überstanden haben, ist in der Bundeshauptstadt geradezu explodiert. In den 24 Stunden bis 16. April, 9.30 Uhr, hat sie sich auf 1074 verdoppelt. Am Vortag hatte es sich um 572 gehandelt, wie den Angaben des Gesundheitsministeriums zu entnehmen ist.

Die Entwicklung kann natürlich nicht der Wirklichkeit entsprechen. Offensichtlich ist es zu einer Art Sammelmeldung hunderter Fälle gekommen, die in den Tagen zuvor quasi unterschlagen wurden. Wobei man das Ganze nicht nur als statistische Spinnerei abtun sollte. Es ist eher besorgniserregend. Ähnliches hatte sich schon vor zwei Wochen bei den Testungen ereignet; die Angaben waren sprunghaft angestiegen, nachdem man festgestellt hatte, dass zehntausende nicht erfasst worden waren.

Was ist das für eine Grundlage für einen evidenzbasierten Umgang mit dem Coronavirus? Wie kann unter solchen Umständen dafür gesorgt werden, dass das Geschehen ab sofort möglichst schnell, wirkungsvoll und lokal begrenzt kontrolliert wird, damit es nicht wieder zu einem bundesweiten Lockdown kommen muss? Ganz ehrlich: Bei der Qualität des veröffentlichten Zahlenmaterials ist das schwer vorstellbar. 500 Genesene bzw. Krankheitsfälle mehr oder weniger, wie nun im Wiener Fall, machen schließlich einen zu großen Unterschied.

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