Prognose und Wirklichkeit

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ZAHLEN ZUM TAG. Ein Blick zurück zeigt, wie schwer es in der Pandemie ist, Entwicklungen auch nur auf zwei Wochen hinaus abzuschätzen.

Sowohl Lockerungen als auch Beschränkungen sollten evidenzbasiert erfolgen. Selbst wenn dies der Fall wäre, gibt es jedoch ein Problem: Es ist ganz offensichtlich schwer, abzuschätzen, wie sich die Pandemie auch nur auf zwei Wochen hinaus entwickeln könnte.

Das Gesundheitsministerium verfügt über ein Prognosekonsortium, das regelmäßig unter anderem die mögliche Entwicklung auf den Intensivstationen ermittelt; und zwar jeweils für die folgenden 15 Tage. Rückblickend zeigt sich, dass die Expertinnen und Experten bisweilen sehr gut, immer wieder aber auch weit daneben lagen.

Für Anfang April hatten sie eine weitere Zuspitzung der Lage erwartet. Am 30. März gingen sie beispielsweise davon aus, dass die Zahl der Patientinnen und Patienten bis zum 14. April von 538 auf 670 steigen könnte; in Wirklichkeit lag sie dann jedoch bei 586. Zuletzt gab es eine viel größere Entspannung als erwartet: Am 19. Mai gab es nicht 346, sondern 268 Patientinnen und Patienten. Sehr treffsicher waren die Prognosen im März und Mitte April (siehe Grafik).

Die Einflussfaktoren sind unendlich, vieles ist schlicht nicht absehbar. Mutationen hatte Ende des vergangenen Jahres kaum jemand auf der Rechnung; sie haben schließlich jedoch die dritte Welle angetrieben. Umgekehrt können Vorhersagen auch schon zu Maßnahmen führen, die Schlimmeres verhindern – z.B. in Wien hat dies ein Lockdown ab Ostern wohl in Bezug auf die Intensivmedizin getan. Im Übrigen zeigt sich erst nach und nach, wie stark Impfungen die Wahrscheinlichkeit schwerer Erkrankungsverläufe reduzieren.

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