Vermögenseinkommen sinken

ANALYSE. Allein die niedrigen Zinsen kosten die Österreicher viele Milliarden Euro.

-

ANALYSE. Allein die niedrigen Zinsen kosten die Österreicher viele Milliarden Euro.

Um nicht missverstanden zu werden: Das wird jetzt kein Beitrag für oder gegen irgendwelche Steuern oder zu einer Umverteilungsdebatte. Es ist nur dies bemerkenswert: Wie sich das verfügbare Einkommen der österreichischen Haushalte zusammensetzet – und vor allem, wie sich die einzelnen Bestandteile entwickeln.

2017 machten die Einkommen alles in allem 316,4 Milliarden Euro aus, wie der Statistik der Nationalbank zu entnehmen ist. 55 Prozent – und damit mehr als die Hälfte – entfielen auf Arbeitnehmerentgelte, insbesondere also Löhne. Auf Platz zwei folgen Sozialleistungen mit 22,2 Prozent bzw. knapp einem Viertel. Selbstständigen-Einkommen und Betriebsüberschüsse machten 10,6 Prozent aus. Vermögenseinkommen 7,4 Prozent, sonstige Transfers 4,6 Prozent.

Bei den Anteilen gab es im Verlauf seit 1998 drei markante Veränderungen:

  • Die Arbeitnehmerentgelte haben schon vor der Finanz- und Wirtschaftskrise begonnen, zu sinken. Sie sind schließlich 2007 auf rund 50 Prozent gelandet. Seither sind sie wieder um ein Zehntel gestiegen.
  • Der Anteil der Sozialleistungen hat infolge der Krise um ein Zehntel zugenommen und ist auf dem höheren Niveau geblieben.
  • Am stärksten ist jedoch die Veränderung bei den Vermögenseinkommen.

Der Anteil der Einkünfte aus Vermögen ist in den 2000ern bis 2007 auf einen Spitzenwert von 15,2 Prozent gestiegen. Das entsprach 38,8 Milliarden Euro. 2017 waren es nur noch 23,3 Milliarden Euro bzw. 7,4 Prozent. Der Anteil hat sich also mehr als halbiert. Diese Entwicklung trifft eine Masse: 2007 entfielen 9,7 Milliarden der Vermögenseinkommen auf Zinsen. Im Folgejahr waren es sogar 10,2 Milliarden. 2017 handelte es sich jedoch nur noch um ein Viertel davon, nämlich 2,6 Milliarden Euro. Kein Wunder: Auch das klassische Sparbuch wirft nichts mehr ab, das Geld verliert vielmehr an Wert.

Der größte Teil der Vermögenseinkünfte entfällt freilich auf Ausschüttungen. Das sind z.B. Dividenden. Ihr Volumen ist seit 2017 von 23,7 auf 16,8 Milliarden Euro gesunken.

>> dieSubstanz.at zur Politik bekommen Sie auch per Mail. Regelmäßig. Gratis >> Zum Newsletter

Könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Your email address will not be published.