Tempo 140 bleibt schlecht

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ZAHLEN ZUM TAG. Weil die Emissionen weiter zunehmen und das Umweltbundesamt eher diplomatisch wird: Was die Geschwindigkeitserhöhung bedeutet.

Bemerkenswert vorsichtig äußert sich die Geschäftsführerin des Umweltbundesamtes, Monika Mörth, in einem Ö1-Morgenjournal zu Tempo 140 auf Autobahnen. Aus Expertensicht bestätigte sie zwar, dass eine höhere Geschwindigkeit mehr Emissionen verursache. Ob der Test von Verkehrsminister Norbert Hofer (ÖVP) vernünftig sei bzw. es nicht besser wäre, das Tempo zu reduzieren, beantwortete sie jedoch nicht direkt.

Das Thema ist politisch heikel: Selbst ÖVP-Umweltministerin Elisabeth Köstinger hat das Leuchtturmprojekt von Hofer lange Zeit zurückhaltend kommentiert. „Nicht streiten“ war wichtiger. Erst im Dezember ließ sie wissen, gegen 140 als neue Standardgeschwindigkeit zu sein. Soll heißen: Zumindest die Tests dürfen weiterlaufen.

Das Problem: Österreichs Treibhausgas-Bilanz schaut sehr schlecht aus, die Emissionen sind 2017 zum dritten Mal in Folge gestiegen, wie z.B. die Salzburger Nachrichten berichten.

Das verleiht 140 zusätzliche Brisanz. Im Ö1-Morgenjournal sagte Mörtz zur Frage, ob es nicht besser wäre, die Geschwindigkeitsbegrenzung zu senken stat zu erhöhen: Es brauche ein Gesamtkonzept. Im Sinne von Vermeiden, Verringern und Verlagern wären Maßnahmen nötig, um 140 zu kompensieren.

Das Umweltbundesamt hat im vergangenen Jahr selbst sehr deutlich gemacht, was Tempo 140 statt 130 bedeutet: Plus 10,6 Prozent CO2-, plus 18,64 Prozent Feinstaub- und plus 16,38 Prozent Stickoxid-Emissionen.

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