ZAHLEN ZUM TAG. Bei der Realisierung eines bürgerlichen Traums ist es im vergangenen Jahr zu einem Einbruch gekommen: Bei Eigenheimen.
Schaut man sich die Entwicklung der Grundstücks- und der Baupreise sowie zwischendurch auch der Zinsen an, kann man sich nicht wundern darüber: Im vergangenen Jahr sind in Österreich sehr wenige Eigenheime errichtet worden – nach 17.300 im langjährigen Durchschnitt handelte es sich nur noch um 10.635, also um fast 40 Prozent weniger.
Nicht jede Person wird das schlimm finden, zumal damit etwa auch weniger Bodenversiegelung einhergeht. Gesellschaftlich und politisch kann jedoch schwer überschätzt werden, was das bedeutet.
Für die Volkspartei etwa ist Eigentum ein Ideal. Im vergangenen Nationalratswahlkampf noch hat sich von einer Erhöhung der Eigentumsquote gesprochen. Für die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) dürfte es gar zu Normalität gehören. Genau das ist es jedoch für immer mehr Menschen nicht mehr, und das ist dann ein Problem für sie, wenn sie zwar gerne weiter zu einem Haus kommen wollen, aber nicht können, weil es unerreichbar geworden ist.
Insofern wäre es an der Zeit, auch politisch an neuen Idealen zu arbeiten. Aber das ist ein anderes Thema.
Nach Bundesländern gibt es in der Entwicklung extreme Unterschiede: Prozentuell am stärksten eingebrochen ist die Zahl fertiggestellter Eigenheime bzw. neuer Gebäude mit einer oder zwei Wohnungen in Tirol mit 53 Prozent. In Oberösterreich handelte es sich zwar „nur“ um ein Minus von 44 und in Niederösterreich gar „nur“ um ein solches von 34 Prozent, das entspricht dort aber über 1500 Häusern weniger.
