Das Viertel, das kaum lesen kann

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ZAHLEN ZUM TAG. Seit dem Jahr 2000 dürften fast eine halbe Million 15-Jährige die Schule verlassen haben, ohne fürs Leben, geschweige denn den Arbeitsmarkt gerüstet zu sein.

Geschichte wiederholt sich. Bei PISA-Studien heißt es zum Beispiel regelmäßig: „Ein Viertel der 15-Jährigen kann kaum oder nicht sinnerfassend lesen.“ Doch was heißt das? „Ein Viertel“ ist eine Formulierung, die keine konkreten Vorstellungen erzeugen kann. Natürlich: Es sind viele. Aber wieviele sind es genau?

Versuchen wir eine Annäherung. Statistik Austria weist Jahr für Jahr den Bevölkerungsstand nach Alter aus. Seit 2000 ist die Zahl der 15-Jährigen von rund 95.000 auf 100.000 im Jahr 2007 gestiegen und dann wieder auf etwa 86.000 im Jahr 2013 gesunken. Seither ist sie ziemlich konstant.

Ein Viertel davon entspricht also Jahr für Jahr über 20.000 Jugendlichen, die mit 15 noch immer nicht ordentlich lesen können und daher wohl auch die Schule verlassen werden, ohne aufs Leben vorbereitet zu sein; geschweige denn die Arbeitswelt. Kumuliert kommt man bei dem einen Viertel seit 2000 auf ganze 442.222.

Über die Politik, die das zulässt, muss man sich wundern: Selbst wenn ihr die einzelnen Schicksale egal sein sollten, müsste sie entschlossene dagegen vorgehen, handelt es sich doch auch um eine schwerwiegende Schwächung des Wirtschaftsstandortes.

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