Eine Art Vermögenssteuer

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ZAHLEN ZUM TAG. Schulden sind halb so schlimm für den Finanzminister. Was ihm hilft, frisst Sparguthaben. Gemeint ist das extrem niedrige Zinsniveau.

Auf den ersten Blick wirkt die Entwicklung der Finanzschuld des Bundes seit der Jahrtausendwende erschreckend: Von Jänner 2000 bis Mai 2021 gab es nach Angaben der Nationalbank einen Anstieg von 122 auf 245,7 Milliarden Euro. Wobei es allein infolge der Pandemie zu einem Sprung von 208,8 auf die erwähnten 245,7 Milliarden Euro gekommen ist.

Das ist jedoch relativ: Das BIP hat sich in all den Jahren ungefähr verdoppelt. Über den gesamten Zeitraum hinweg ist die Last de facto also nicht größer geworden. Relevant ist zudem eher der Zinsaufwand – und er geht überhaupt stark zurück.

Im Jahr 2000 betrug er 6,8 und im vergangenen Jahr 5,2 Milliarden Euro. Für heuer erwartet die Nationalbank gar nur einen Aufwand von 4,8 Milliarden Euro. Was in diesem Zusammenhang gut ist, ist schlecht für die Masse der Menschen in Österreich, die viel eher Geld auf dem Sparbuch haben als Verbindlichkeiten: Sie leiden nicht nur unter dem niedrigen Zinsniveau, sondern verlieren. Man könnte auch von einer Art Vermögensbesteuerung sprechen, die zugunsten hochverschuldeter Staaten halt keinen Unterschied macht zwischen „kleinen“ und „großen“ Leuten.

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