Was machbar ist

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ZAHLEN ZUM TAG. Aus Österreich liegen keine genaueren Angaben zur Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine vor. Aber aus anderen Ländern: Sie unterstreichen die Dimensionen.

Mit Zahlen hat man’s in Österreich nicht so. Das sieht man in der Corona-Pandemie und jetzt auch bei den Fluchtbewegungen aus der Ukraine. Verfügbar sind nur vage Angaben. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) berichtete am Montag, dass bisher 45.000 Menschen die Grenze übertreten hätten. Drei Viertel wollten jedoch weiterreisen. Man kann nur spekulieren über diese Zurückhaltung in Bezug auf Informationen. Vielleicht gilt das Thema parteipolitisch noch immer als zu sensibel. Laut UNHCR-Dashbard haben bis einschließlich 6. März über 1,7 Millionen Menschen das Kriegsland verlassen.

Noch zu Weihnachten hatte Kanzler und ÖVP-Chef Karl Nehammer eine Forderung von Papst und Bischöfen zurückgewiesen, zusätzliche Flüchtlinge aufzunehmen. Wen solls man noch aufnehmen, wenn man wisse, dass viele Mitgliedsländer der EU „weniger belastet sind als Österreich“. Nachsatz: Das ist ja keine Frage der bösen Absicht, sondern auch der Machbarkeit.“ In Anbetracht des Ukraine-Krieges änderte er diesen Kurs freilich, sprach frühzeitig von notweniger Nachbarschaftshilfe.

Heute weiß man, dass machbar ist, was sein muss: Ausgerechnet Länder, die bisher wirklich weniger Flüchtlinge aufgenommen haben, helfen nun unendlich. Auch in Relation: Pro 100 Einwohner befanden sich bereits zu Wochenbeginn 3,2 Menschen aus der Ukraine in Polen, 2,3 in der Slowakei und 1,8 in Ungarn. Mehr noch sind es mit 3,2 außerhalb des EU-Raumes, nämlich in Moldawien. Zum Vergleich: Österreich verzeichnete im Jahr 2015 knapp 90.000 Asylanträge. Sie viele wie nie zuvor und auch seither nicht mehr. Das entsprach ziemlich genau 1,0 pro 100 Einwohner.

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