Geflüchtete: Man wächst zusammen

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ZAHLEN ZUM TAG. SORA-Integrationsmonitor zeigt auch für Tirol ein Stimmungsbild, das politischen Darstellungen widerspricht.

Wenn es um Geflüchtete geht, müssen politische Darstellungen und die Stimmungslage in der Bevölkerung nicht übereinstimmen. Das zeigt sich beim Integrationsmonitor, den das Sozialforschungsinstitut SORA entwickelt hat bzw. dessen Ergebnisse das Institut nun für das Land Tirol veröffentlicht hat.

Zwei Drittel der Befragten des westlichen Bundeslandes geben an, dass in ihrer Gemeinde Geflüchtete leben. Insgesamt finden 57 Prozent, dass das Zusammenleben sehr gut (sechs Prozent) oder ziemlich gut (51 Prozent) funktioniere. Nach Einschätzung von 35 Prozent tut es das weniger oder gar nicht gut (27 bzw. acht Prozent).

Bemerkenswert sind erhebliche Unterschiede in Abhängigkeit davon, ob es in der Wohnortgemeinde nach Aussage der Befragten Geflüchtete gibt oder nicht. Ist dies der Fall, erklären 62 Prozent, das Zusammenleben laufe sehr gut oder ziemlich gut, ist dies nicht der Fall, tun es gerade einmal 47 Prozent.

Die Angelegenheit ist vielschichtig. Beispiel: Bei 31 Prozent der Menschen in Tirol herrschen positive Gefühle gegenüber Geflüchteten vor, bei 48 Prozent sind positive und negative gemischt, bei 19 Prozent überwiegen die negativen Gefühle. Der Anteil derer, bei denen die positiven Gefühle vorherrschen, ist seit 2019 um acht Prozentpunkte gestiegen. Auch hier gibt es einen Zusammenhang damit, ob Geflüchtete in der Gemeinde leben oder nicht. Tun sie es, liegt der „Positiv“-Anteil bei 37 Prozent und der „Negativ“-Anteil bei 16 Prozent. Tun sie es nicht, handelt es sich um 17 bzw. 24 Prozent, ist es also eher umgekehrt.

Auch grundsätzliche Haltungen sind durchaus wohlwollend: 62 Prozent stimmen der Aussage, dass es „unsere Pflicht ist, Flüchtlinge aufzunehmen und menschenwürdig unterzubringen“, sehr oder ziemlich zu. 51 Prozent halten wenig bis gar nichts davon, die Grenzen möglichst dicht zu machen, gar 54 Prozent lehnen die Behauptung ab, Österreich solle sich zuerst um die Probleme im eigenen Land kümmern.

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