Sexuelle Gewalt meist im Bekanntenkreis

ZAHLEN ZUM TAG. In nur gut einem Fünftel der Fälle werden Frauen Opfer eines Mannes, der ihnen gänzlich unbekannt ist.

Die Bunderegierung hat eine Debatte über eine Verschärfung des Sexualstrafrechtes eröffnet. Eine Facette dazu: Wie ist es um die Täter-Opfer-Beziehung bestellt? Die Kriminalitätsstatistik des Innenministeriums liefert eine erste Annäherung; dort gibt es eine Auflistung, die sich auf alle Gewaltdelikte in Österreich bezieht, die 2007 bis 2018 erfasst wurden. Ergebnis: "Zwei von drei Gewalttaten sind Beziehungstaten: Bei 63,2 Prozent der begangenen Taten gab es eine Beziehung zwischen Täter und Opfer (entspricht 21.167 Fällen)."

Schon 2011 hat das "Österreichische Institut für Familienforschung" eine Studie veröffentlicht, die sich explizit auch auf sexuelle Gewalt bezieht (> Zusammenfassung). Von immerhin 1292 befragten Frauen gaben damals 164 an, in den vergangenen drei Jahren Opfer sexueller Gewalt geworden zu sein. Das entspricht einem Anteil von 12,7 Prozent. Oder, um es noch deutlicher zu machen: Jede achte Frau.

Auch in diesem Fall waren die Täter meistens mehr oder weniger bekannt: Bei 23 Prozent handelt es sich um einen bekannten Mann, der aber nicht zum unmittelbaren Freundeskreis zählte. Bei 18 Prozent gehörte er zu diesem. Bei 17 Prozent handelte es sich um den Ex-, bei 13 Prozent um den derzeitigen Partner. Bei nur 20 Prozent war es ein Fremder. (Anmerkung: Die Prozentwerte beziehen sich auf 164 Fälle, sind also als Größenordnungen zu betrachten.)

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Artikel Schlagwörter : Sexualstrafrecht, Strafgesetz, Justiz
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