Wozu gibt es Krankenkassen?

ZAHLEN ZUM TAG. Über die Sozialversicherungsträger werden nur 44,7 Prozent des Gesundheitswesens finanziert.

Wie das Sozial-, so ist auch das öffentliche Gesundheitswesen in Österreich doppelt organisiert: Auf der einen Seite stehen Bund, Länder und Gemeinden, die Steuergelder ins System pumpen und damit insbesondere Spitäler finanzieren. Auf der anderen Seite befinden sich die von den Sozialpartnern geführten Krankenversicherungsträger, die die Beiträge, die sie einheben, vor allem zur Sicherung der Versorgung im niedergelassenen Bereich (z.B. Hausärzte) verwenden.

Diese Dualität ist ein Problem: Der heutige Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hat als damaliger Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungen schon vor Jahren eine „Finanzierung aus einem Topf“ gefordert. Damit wäre etwa gewährleistet, dass die Gebietskörperschaften nicht mehr länger Belastungen an die Krankenversicherungen abwälzen und umgekehrt.

Laut Statistik Austria betrugen die Gesundheitsausgaben 2014 insgesamt 33,80 Milliarden Euro. Von den Krankenversicherungen kam mit 15,12 Milliarden Euro nicht einmal die Hälfte davon (44,7 Prozent). Bund, Länder und Gemeinden steuerten 10,55 Milliarden Euro bzw. 31,1 Prozent bei, Privathaushalte weitere 5,99 Milliarden Euro (17,7 Prozent) und "Sonstige", wie Privatversicherungen, Unternehmen, die verbleibenden 2,16 Milliarden Euro (6,4 Prozent).

Artikel Schlagwörter : Gesundheitswesen, Gesundheitssystem
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