In Wien wird viel zu wenig gebaut

ZAHLEN ZUM TAG. Bundeshauptstadt weist das stärkste Bevölkerungswachstum aber die niedrigste Wohnbaurate auf.

Hohe Preise sind in der Regel darauf zurückzuführen: Die Nachfrage ist größer als das Angebot. Das ist auch beim Wohnen so. Die SPÖ drängt im Wahlkampf auf eine Mietpreisobergrenze. Aus nachvollziehbaren Gründen: Mieten steigen kräftig und werden für immer mehr Menschen zur Belastung. Ob eine Preisbegrenzung das Problem auf Dauer lösen kann, ist jedoch fraglich.

Entscheidend ist vielmehr, dass die Wohnbautätigkeit mit der Bevölkerungsentwicklung standhalten kann. Und das ist nicht der Fall. Was wiederum bedeutet, dass Wohnraum knapper wird und die Preise daher steigen.

Pikant in diesem Zusammenhang: Zumindest 2015 war die Wohnbaurate in Wien am niedrigsten, wie den Zahlen zu entnehmen ist, die die Statistik Austria führt: In der SPÖ-geführten Gemeinde, die auch mit dem sozialen Wohnbau in die Geschichte eingegangen ist, entstanden damals nur vier Wohnungen pro 1000 Einwohner. Österreichweit war dieser Wert mit 5,8 um fast die Hälfte höher. An der Spitze rangierten Oberösterreich und Salzburg mit jeweils 6,7 - und zwar nach Tirol mit gar 7,9.

Auf der anderen Seite war das Bevölkerungswachstum 2015 nirgends so groß wie in Wien; mit 2,1 Prozent lag es deutlich über den 1,3 Prozent, die es österreichweit betrug. Folglich wurde schon von daher das Wohnraum- und damit auch –preisproblem in der Bundeshauptstadt verschärft.

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Artikel Schlagwörter : Wohnen, Wohnungen, Wohnbau, Sozialbau
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