Was Zahlen über Eingetragene Partnerschaften sagen

ZAHLEN ZUM TAG. Vor allem in ländlichen Gebieten kaum begründet. Wenige Auflösungen.

Was in anderen Ländern per Volksentscheid oder parlamentarischer Beschlussfassung geschieht, bedarf in Österreich eines VfGH-Urteils: die Einführung der „Ehe für alle“, also auch gleichgeschlechtliche Paare. Bisher gab es für sie nur die Möglichkeit, eine Eingetragene Partnerschaft einzugehen.

Genützt haben dies seit dem Jahr 2010 relativ wenige: Laut Statistik Austria sind insgesamt nur 3194 Partnerschaften begründet worden. Wobei ein überproportional großer Teil auf das Einführungsjahr entfiel (705). 2016 handelte es sich um 477. Zum Vergleich: Eheschließungen wurden im vergangenen Jahr mit 45.000 fast 100 Mal mehr verzeichnet.

Vor allem in ländlichen Gebieten hat die Politik einiges getan, um Begründungen möglichst unfeierlich abzuwickeln.

Kein Wunder, mag man einwenden: Vor allem in ländlichen Gebieten hat die Politik einiges getan, um Begründungen möglichst unfeierlich abzuwickeln; nicht am Standesamt, sondern in irgendeinem Büro. „Weil am Standesamt der Eindruck erweckt wird, es sei eine Ehe“, wie es Ex-ÖVP-Chef Michael Spindelegger in einem „Presse“-Interview einmal formulierte. Nachsatz: „Es ist aber keine Ehe.“ Erst vor einem Jahr gab seine Partei den Widerstand auf; jetzt stehen die Standesämter auch für Eingetragene Partnerschaften offen.

Gut die Hälfte dieser Partnerschaften wird in Wien begründet. Außerhalb kommt das zum Teil nicht einmal monatlich vor: Im Burgenland kam es 2015 ein einziges Mal dazu, im vergangenen Jahr acht Mal. In Vorarlberg gab es 2016 16 Begründungen. 2017 ereignete sich nach einer solchen Zeremonie in der Stadt Hohenems eine dubiose Autoattacke auf die Standesbeamtin – Beschimpfungen inklusive.

Eingetragene Partnerschaften halten, einmal fixiert, ganz offensichtlich sehr gut.

Eingetragene Partnerschaften halten, einmal fixiert, ganz offensichtlich sehr gut: Seit 2010 gab es erst 215 Auflösungen. Zuletzt betrug das Verhältnis zwischen Auflösungen und Begründungen ungefähr eins zu zehn. Bei der Ehe handelt es sich um ein Verhältnis von eins zu drei. Weil es die eingetragenen Partnerschaften erst seit wenigen Jahren gibt, sind diese Vergleiche allerdings noch mit Vorsicht zu genießen.

Zunächst haben sich deutlich mehr Männer als Frauen „verpartnert“, mittlerweile sind es jedoch ähnlich viele. Die meisten sind zwischen 30 und 40 Jahre alt, die Zeremonien finden am häufigsten im September statt.

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Artikel Schlagwörter : Gesellschaft, Ehe
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